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  1. #1
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    Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    OB Reker plant Ombudsstelle fr Flchtlinge in Kln


    Klns Oberbrgermeisterin Henriette Reker mchte eine unabhngige Anlaufstelle fr Fragen und Beschwerden von Flchtlingen einrichten.

    Kln.

    Um das Hilfsangebot fr Flchtlinge auszubauen, plant Oberbrgermeisterin Henriette Reker die Einrichtung einer Anlaufstelle fr Fragen und Beschwerden von Flchtlingen.

    Durch ein solches Angebot erweitern wir die Palette der Mglichkeiten, um bei Problemen, aber auch bei Gewalt oder bergriffen schnell und wirkungsvoll reagieren zu knnen, so Oberbrgermeisterin Reker. Am Mittwoch hatten mehrere Flchtlinge aus der Notunterkunft Westerwaldstrae in Humboldt-Gremberg in einem offenen Brief sexuelle bergriffe und unwrdige Lebensbedingungen angeprangert.

    Knapp 12.000 Flchtlinge

    Um ein Hchstma an Neutralitt zu gewhrleisten, soll die Ombudsstelle nicht bei der Stadtverwaltung oder den Trgern der Einrichtungen angesiedelt sein. Die Stadtverwaltung prfe deshalb zurzeit, wie die Anlaufadresse unabhngig eingerichtet werden kann, um Berhrungsngste zu verhindern und eine optimale Erreichbarkeit sicherzustellen, heit es in einer Pressemitteilung.

    (...)
    Als Ansprechpartner fr Fragen, Beschwerden und Hinweise stehen bislang die Mitarbeiter der Einrichtungen und die dort durch die Stadt Kln eingesetzten Sozialarbeiter zur Verfgung. Auerdem knnen sich die Flchtlinge an Helfer der ehrenamtlichen Initiativen, die Klner Flchtlings-Beratungsstellen und den Klner Flchtlingsrat wenden

    http://www.ksta.de/koeln/reker-plant...,33822006.html
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  2. #2


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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    was den Flchtlingen so alles angeboten wird , damit sie ja erfahren mit welchen Mitteln sie klagen und ihren Aufenthalt unntig verlngern knnen ... eine Schande
    "Mein Vaterland hat allzeit den ersten Anspruch auf mich." (Mozart)

    "Ich habe nur ein Vaterland, das heit Deutschland." (vom Stein)

  3. #3


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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    Die hat wohl was in den "falschen Hals" bekommen ?!
    Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

  4. #4


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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    Deshalb werden ja die Fachkrfte gebraucht, wir haben einfach niemand der vernnftig mit dem Messer umgehen kann.
    Jeder glaubt eine eigene Meinung zu haben, nur woher hat er vergessen.
    Medien sind das was man ber Religionen sagte, Opium frs Volk.


  5. #5
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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Deshalb werden ja die Fachkrfte gebraucht, wir haben einfach niemand der vernnftig mit dem Messer umgehen kann.
    Na, ja, weil es in Deutschland ja auch die fachkrfteausbremsende Rechtslage gibt (unfreiwillig komisch):

    Gesetzeskonform Kchenmesser transportieren?

    Ich bin grade ber einen Artikel im Waffengesetz gestolpert:

    42a Verbot des Fhrens von Anscheinswaffen und bestimmten tragbaren Gegenstnden (1) Es ist verboten 3. Messer mit einhndig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlnge ber 12 cm zu fhren. (2) Absatz 1 gilt nicht 2. fr den Transport in einem verschlossenen Behltnis, 3. fr das Fhren der Gegenstnde nach Absatz 1 Nr. 2 und 3, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt. (3) Ein berechtigtes Interesse nach Absatz 2 Nr. 3 liegt insbesondere vor, wenn das Fhren der Gegenstnde im Zusammenhang mit der Berufsausbung erfolgt, der Brauchtumspflege, dem Sport oder einem allgemein anerkannten Zweck dient.

    Die unwichtigen Stellen sind rausgenommen, aber ich mchte am Wochenende mit meiner Freundin ein Picknik machen. Dazu wollen wir uns "vor Ort" Brote schmieren, jedoch hat das Brotmesser eine Klingenlnge von ber 12cm. Auf dem Hinweg und beim Picknik sicher kein Problem, da das unter "allgemein anerkannter Zweck" fllt. Aber was mach ich auf dem Rckweg? ich habe nichts, womit ich meinen Rucksack abschlieen knnte, und doofe Situationen gibt es immer... ohne Brot habe ich kein Beweis mehr, das ich das Messer dabeihaben "durfte".

    Wie transportiert ihre Eure Kchenmesser etc.? Ein Versto gegen das WaffG. kann eine Karriere stark ausbremsen...
    ---

    von phijo, 26.08.2009

    Ich habe mit meinen Messern leider fter das selbe Problem! Rein rechtlich ist die situation recht kompliziert. Du msstest es wie du schon sagtest, VERschlossen, also mit Schloss transportieren!

    Das willst du natrlich nicht, verstndlicherweise. Meiner Meinung hast du verschiedene mglichkeiten: 1) Du knntest dir ein verschliebares Behltnis kaufen (Lsst sich bei deinem Rcksack nicht der Reisverschluss abschlieen?)

    2)Du ignorierst das Gesetz, du nimmst dein Messer einfach so mit. Ich mchte hier natrlich niemanden anstiften. Das Risiko muss ohnehin jeder selber tragen! Solltest du dich dafr entscheiden: Es wre "nur" eine Ordnungswiedrigkeit. Die kann zwar auch teuer und fr Waffenbesitzer unangenehm werden (Verlust der WBK) aber die Frage ist ja auch, wie hoch das Risiko einer Verdachtsunabhngigen Durchsuchung ist.

    3) Das berechtigte Interesse Hier ist erstmal folgendes zu sagen: WENN euer Picknick als sozal anerkannt gilt, musst du dir um dem Rcktransport wahrscheinlich auch keine Gedanken machen (Beweis: Reste, verpackungen, Messer verdreckt?) Allerdings ist die auslegung von Polizist zu Polizist unterschiedlich: Ist ein Messer begrndet, wenn man auch eines unter 12 cm mitnehmen KNNTE? Ist ein Picknick im Mondenschein berhaupt angemessen? Darauf wrde ich mich nicht verlassen!

    Nachdem ich nun die rechliche Lage erlutert habe: Ich wrde es entweder einfach mitnehmen. (Gut, ich htte auch einen Koffer dafr...) ODER ich wrde auf ein kleineres Messer umsteigen. Wenn ich gute Nerven htte wrde ich mich im Falle eines Falles auch auf 3) beziehen. Fr den Rcktransport in diesem Falle: Ein sozialadquater gebrauch umschliet auch dem Rcktransport des Messers, man kann es ja schlecht im Wald liegen lassen.

    -----------

    von Leonardo75, 21.08.2009

    Wenn Dein Brotmesser ein Brotmesser im klassischen Sinne ist, also ein Messer mit Wellenschliff, ohne stichfhige Spitze, ohne Grtelscheide, mit einer gngigen Klingenlnge bis 20 cm, glaube ich nicht, dass selbst wenn ein Polizist Euch untersucht und das Messer im Rucksack findet (Ihr habt ja dann wahrscheinlich noch Picknikutensilien dabei, wie Teller, Decke, einfach noch ein wenig mehr Brot mitnehmen als Ihr esst, dann knnt Ihr das auch noch vorzeigen, etc.) und Ihr nicht gerade wie Verbrecher, dunkle Gestalten oder zwielichtes Gesindel ausseht, sollte auch ein Polizist davon zu berzeugen sein, dass Ihr da kein Messer fhrt, sondern nur transportiert.

    Wenn es dan noch schwer zugnglich im Rucksack verstaut wird, glaube ich kaum, dass er Euch einen Strick draus drehen wird.

    Ich denke, es kommt auf die Gesamtsituation an. Wenn Ihr also vermummt mitten in einer Demonstration ein Picknik machen wollt, knnte das gegen Euch ausgelegt werden. Wenn Ihr aber im Wald oder auf einer Wiese harmlos, ruhig, legal und Euch unauffllig verhaltet, sollte meiner Meinung nach kein vernnftiger Mensch daran Ansto nehmen.

    -----

    von Drachentoeter, 22.09.2009

    zunchst einmal wre zu klren ob ein Brotmesser berhaupt unter das Waffengesetz fllt, den nur dann gelten die ganze hier genannten Regeln. Wenn es als Werkzeug gilt und das ist mehr als Wahrscheinlich drfte es keine Probleme geben wenn du es im Rucksack sicher verstaust. Eine Machete fllt z.B. auch nicht unter das Waffengesetz. Ich gebe hier aber jenden der die Meinung geuert haben recht, das die gesetzliche regelung doch sehr schwammig ist, da sollte der Gesetzgeber im Sinne der eindeutigkeit wirklich nachbessern.

    -------------

    von pippi60, 21.08.2009

    Solltest Du wirklich erhebliche Bedenken haben dann belege die Brote schon zu Hause
    . In einer Khlbox bleiben sie auch eine Weile frisch und Du kommst mit keinem Gesetz in Konflikt!

    ------

    von RBMannheim, 21.08.2009

    Zunchst mal hat mein Schmiermesser keine 12 cm Klinge
    ! Das ist ein Brotschneidemesser und auch nicht zum Schmieren geeignet!
    Auerdem, wenn es darum geht, Brote zu schmieren, mache ich das zu Hause! Sonst schleppe ich nachher das verschmodderte Messer mit herum!
    Und zuletzt kann man ein Brot auch mit einem Taschenmesser mit 5 cm Klinge schmieren!


    http://www.gutefrage.net/frage/geset...transportieren

    Hintergrund dazu:

    PFORZHEIM. Viele Verste gegen die neuen Regelungen des seit 1. April (2008) in Kraft getreten Waffengesetzes haben die Behrden der Stadt Pforzheim und des Enzkreises festgestellt. Sie mchten daher auf einige der bedeutendsten Vernderungen hinweisen.

    Derzeit sind vor allem Verste gegen das Verbot von Einhandmessern (Messer mit einhndig feststellbarer Klinge) zu verzeichnen. Es ist verboten, Schusswaffen und Nachbildungen von Schusswaffen (sogenannte Anscheinswaffen), Hieb- und Stowaffen, jegliche (Gebrauchs-) Messer mit einhndig feststellbarer Klinge (so genannte Einhandmesser) oder feststehenden Messer mit einer Klingenlnge ber zwlf Zentimeter mit sich zu fhren. Mssen diese Waffen oder Messer transportiert werden, so darf dies nur auf direktem Weg und nur in einem verschlossenen Behltnis erfolgen.

    Wird die Waffe oder das Messer beispielsweise zur Berufsausbung oder im Zusammenhang mit einer entsprechenden sportlichen Bettigung bentigt, so ist das Fhren der Hieb- und Stowaffen sowie der Einhand- und feststehenden Messer ber zwlf Zentimeter Klingenlnge zu diesem Zweck ausnahmsweise erlaubt. Jeder, der die Waffe in diesem Zusammenhang fhrt, muss diese Zweckbestimmung glaubhaft machen knnen.

    Die waffenrechtlichen Vorschriften sind auch zu beachten bei den derzeit zahlreich stattfindenden mittelalterlichen Mrkten. Hier werden Schaukmpfe mit Schwertern dargeboten. Das Tragen von Waffen ist allgemein bei ffentlichen Veranstaltungen verboten. Ausnahmebestimmungen gelten nur fr die Mitwirkenden der Schaukmpfe. Wer als Zuschauer oder Besucher einer solchen Veranstaltung Waffen jedweder Art trgt, begeht eine Straftat.pm
    http://www.pz-news.de/forum/showthre...t-mehr-erlaubt

    Sollte man mal den Messerfachkrften erklren, zumal sie ihre Messer ja nicht abgeschlossen, sondern im Stiefelschacht mit sich fhren.
    Es ist dem Untertanen untersagt, den Mastab seiner beschrnkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen.
    Gustav von Rochow (1792 - 1847), preuischer Innenminister und Staatsminister

  6. #6
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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    OB Reker plant Ombudsstelle fr Flchtlinge in Kln


    Klns Oberbrgermeisterin Henriette Reker mchte eine unabhngige Anlaufstelle fr Fragen und Beschwerden von Flchtlingen einrichten.

    In Kln kommt fr so einen Posten natrlich nur ein verdientes SPD-Mitglied in Frage. In Sachen Klngel kennt man sich da ja bestens aus. Wieder ein Profiteur des Elends.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  7. #7


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    AW: Kln: OB Reker plant Beschwerdestelle fr Flchtlinge

    ffentliche Gewalt durch das Wort

    Dass kein Mensch einen anderen Menschen krperlich angreifen, wegstoen, verletzen oder gar tten darf, ist selbstverstndliche Errungenschaft moralischer Kulturentwicklung der zivilisierten Menschheit und wird berall unter Strafe gestellt. Wer so handelt, gehrt zu einer kleinen kriminellen Minderheit. Ein gesteigerter Egoismus wendet sich hasserfllt gegen den anderen, der ihm im Wege ist, um ihn mit krperlicher Gewalt auszuschalten oder ganz zu vernichten.

    Doch seelische Formen der Gewalt, die mit dem gleichen Ziel aus derselben trben Quelle aufsteigen, sind vielfach weitaus schlimmer und von verheerenderer Auswirkung. Ihre Waffe ist das Wort. Es dringt tiefer, als ein Messer dringen kann. Einen Menschen zu diskreditieren, zu diffamieren und zu verleumden, hinterlsst Wunden, die sich als Stigmata in die Urteile zahlloser Menschen verbreiten. Die verletzende Tat vervielfltigt sich in ihnen unendlich und liegt berall auf der Lauer, die Wunde immer wieder aufzureien. Da gengt schon ein verchtlicher Blick. ble Nachrede und Verleumdung sind daher ebenso strafbar wie krperliche Gewalt.

    ble Nachrede meint die Behauptung oder Verbreitung einer Tatsache, die einen anderen „verchtlich zu machen oder in der ffentlichen Meinung herabzuwrdigen geeignet ist, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist“ ( 186, 188 StGB). Man gibt also ein Gercht weiter, ohne zu wissen, ob es stimmt. In der Verleumdung steigert sich die Verwerflichkeit, indem man genau wei, dass das Gercht nicht stimmt, es also wider besseres Wissen behauptet und verbreitet, um dem anderen mit Absicht zu schaden ( 187, 188 StGB). Die Lge dient als seelisches Messer der Vernichtung. Von einem hheren Gesichtspunkt aus ist sie geistiger Mord. Sehr treffend wird die Verleumdung vom Volksmund als Rufmord bezeichnet.

    Diese seelische Gewalt bestimmt die gegenwrtige politische Diskussion in der medialen ffentlichkeit in einem noch nie dagewesenen Mae. Sachliche Argumente werden vielfach nicht mit sachlichen Argumenten beantwortet. Der Mensch, der sie uert, wird mit sprachlicher Gewalt persnlich angegriffen und aus dem Feld geschlagen; und mit ihm verschwinden auch seine (nicht genehmen) Argumente. Das Ringen um die geltende Wahrheit, worum es letztlich geht, ist weitgehend brutalisiert und in die Primitivitt animalischer Kmpfe um die Dominanz des eigenen Ego zurckgeworfen. Die Sprache als hehrer Ausdruck des Menschlichen ist vergiftet. Sie steht im Dienste der rohen Gewalt.
    https://fassadenkratzer.wordpress.co...urch-das-wort/


    Zur Kritik der Gewalt

    Der Philosoph Walter Benjamin


    Die kritische Frage, ob Gewalt berhaupt als Mittel zu gerechten Zwecken sittlich sein kann, erfordert zunchst die Ablehnung des Gewaltbegriffs, wie ihn das Naturrecht beinhaltet.

    Fr das Naturrecht, das Faustrecht, den wilden Radikalismus ist Gewalt ein Naturprodukt, das niemandem verboten werden darf, es sei denn, sie wird zu ungerechten Zwecken missbraucht. Diese Einstellung besagt, dass Gewalt berall ist und somit auch angewendet werden darf, ist aber auch nur auf das zur Zeit Bestehende bezogen und sagt nichts darber aus, ob es eine Gesellschaft ohne Gewalt in Zukunft geben kann und wie mensch dahin gelangt. Auerdem bleibt die Gewalt damit dem subjektiven Urteil unterworfen, womit eine objektive Betrachtung aus dieser Sicht unmglich wird.

    Eine andere These von der Gewalt vertritt das positive Recht (unser bestehendes Recht). Der naturrechtlichen These von der Gewalt als natrlicher Gegebenheit tritt die positiv-rechtliche von der Gewalt als historischer Gewordenheit diametral entgegen. Kann das Naturrecht jedes bestehende Recht nur beurteilen in der Kritik seiner Zwecke, so das positive jedes werdende nur in der Kritik seiner Mittel.

    Das wesentliche Merkmal des positiven Rechts ist das Gewaltmonopol. Nur das Recht selbst hat die berechtigten Mittel der Gewalt (Freiheitsentzug, Geldstrafe, Todesstrafe) und unterscheidet somit zwischen der sanktionierten (legalen) Gewalt und der nicht-sanktionierten (illegalen) Gewalt. Rechtmig, aber nicht unbedingt gerecht, ist Gewalt im positiven Recht immer dann, wenn ihrem Zweck eine historische Anerkennung zugrunde liegt. Die historische Anerkennung in unserer rechtlichen Gesellschaft grndet sich auf dem Sieg: die aus einem Konflikt siegreich hervorgegangene Partei bzw. Person setzt das neue Recht. Sanktioniert ist, was dem Sieger ntzt, verboten, was ihn gefhrdet. Die vllige Ununterscheidbarkeit, ob Mittel und Zwecke des bestehenden Rechts gerecht oder ungerecht sind, sei hier betont. Nach dem Sieg setzt der Sieger das geltende Recht fest, welches der Wahrung seiner Interessen und der Unterdrckung der Verlierer dient. Das bestehende Recht ist Erhaltung des Bestehenden und kritisiert werdendes Recht, verurteilt die Handlungen, die das Bestehende gefhrden. Die Tendenz des Rechts ist es, die Gewalt den Rechtszwecken dienstbar zu machen und die Gewalt auerhalb des Rechts so weit als mglich zu reduzieren. Eine Struktur, die notwendig alle auerhalb des Rechts liegende Gewalt (z.B. erzieherische Gewalt, Notwehr) zum Feind des bestehenden Rechts macht. Durch ihr bloes Dasein, nicht durch ihre Zwecke, auerhalb des Rechts wird die Gewalt schon zur Gefahr fr das Recht.

    Ein noch bestehender Fall von Gewalt, die auerhalb der gegenwrtigen Rechtsordnung zulssig ist, und worin sich die Bedrohlichkeit der Gewalt fr die Vertreter des Rechts zeigt, ist im Klassenkampf das garantierte Streikrecht der Arbeiter. Die organisierte Arbeiterschaft ist neben den Staaten heute wohl das einzige Rechtssubjekt, dem ein Recht auf Gewalt zusteht. Daraus ergibt sich die gegenstzliche Auffassung des Streikrechts. Whrend das Recht zwar die Mittel, den Streik selbst, als nur indirekt gewaltsam sanktioniert, muss es die Zwecke, als auf Vernderung des Rechts abzielend, ablehnen.

    Markantestes Beispiel ist der revolutionre Generalstreik, hier zeigt sich die Ansicht der Arbeiterschaft, dass das Streikrecht das Recht beinhaltet, Gewalt zur Durchsetzung der Zwecke anzuwenden. Den Arbeitern gilt der Generalstreik als Recht, dem bestehenden Recht des Staates als Missbrauch. Der Streik zeigt, dass Gewalt in der Lage ist, Rechtsverhltnisse zu verndern und zu begrnden. Es ist dies die rechtsetzende Kraft der Gewalt.

    Vergleichbare rechtsetzende Gewalt findet sich im Kriegsrecht, wonach es nach Entscheidung des Krieges dem Sieger zusteht, das Recht zu bestimmen. Der Begriff des Friedens hat hier seine Funktion, als Feststellung des von nun an Gltigen. Der Staat aber frchtet diese Gewalt schlechterdings als rechtsetzend, wie er sie als rechtsetzend anerkennen mu, wo auswrtige Mchte ihn dazu zwingen, das Recht zur Kriegsfhrung, Klassen, das Recht zum Streik ihnen zuzugestehen.

    Das Recht des Staates hingegen kann als rechtserhaltende Gewalt bezeichnet werden. Sie besteht in einer Anwendung von Gewalt als Mittel zu Rechtszwecken. Die Unterordnung der Brger unter die Gesetze ist ein Rechtszweck. Die Kritik der Pazifisten und Aktivisten an solchen Rechtsvorschriften wie etwa der Wehrpflicht ist allerdings als solche parikulare Kritik unzulnglich. Hier ist vielmehr eine Kritik aller Rechtsgewalt, das heit eine Kritik der legalen oder exekutiven Gewalt, vonnten und ist bei einem geringeren Anspruch auch gar nicht zu leisten. Sie ist auch nicht damit erledigt, dass man keinerlei Zwang der Person gegenber anerkennt und erklrt: Erlaubt ist, was gefllt. Eine solche Maxime schaltet nur die Reflexion auf die sittlich-historische Sphre und damit auf jeglichen Sinn von Handlung, weiterhin aber auf jeden Sinn der Wirklichkeit berhaupt aus.


    Alle Gewalt ist als Mittel entweder rechtsetzend oder rechtserhaltend. Um den Kreis von Mittel und Zweck, welcher zum Recht und dem ihm innewohnenden Widerspruch fhrt, zu durchbrechen, ist es erforderlich, in der Betrachtung der Gewalt selbst diese nicht als Zweck aber auch nicht als Mittel zu rechtmigen oder gerechten Zwecken zu sehen. Zwei Fragen erheben sich: 1. Wie ist eine Aufhebung der Gewalt schlechthin denkbar? 2. Welches ist die reine unmittelbare Gewalt, also die nicht als Zweck und nicht als Mittel verstandene?

    Die erste Frage ist die nach den gewaltlosen Formen zur Regelung widerstreitender Interessen. Vor allem ist es ntig festzustellen, dass eine gewaltlose Beilegung der Konflikte niemals auf einen Rechtsvertrag hinauslaufen kann, denn dieser verpflichtet und fhrt bei Nichteinhaltung zur Gewalt. Nicht Ort zur Klrung der Frage nach gewaltlosen Mitteln ist der Parlamentarismus. So wie jeder Vertrag durch rechtsetzende Gewalt eingesetzt ist, ist auch der Sieg des Parlamentarismus aus der revolutionren Gewalt hervorgegangen. So ist die so oft durch die Parlamentarier erfolgende Verschmhung der Gewalt Zeichen des Verfalls des Parlamentarismus im Sinne einer Abstumpfung gegenber dem eigenen historischen Ursprung. Die Entgegensetzung von gewaltsamer Aktion einerseits und parlamentarischer Verhandlungsstrategie als gewaltfrei andererseits ist somit falsch. Der festschreibende Kompromiss hat zwanghaften Charakter, weil die zum Kompromiss fhrende Strebung nicht von sich aus, sondern von auen, eben von der Gegenstrebung motiviert wird.

    Die gewaltlose Beilegung von Konflikten findet sich gerade im zwischenmenschlichen Bereich zur Genge. Gewaltlose Einigung findet sich berall, wo die Kultur des Herzens den Menschen reine Mittel der bereinkunft an die Hand gegeben hat. Grundlegende Voraussetzungen fr den Menschen sind Vertrauen, Rcksichtnahme, Herzenshflichkeit, Neigung, Friedensliebe und vieles mehr. Dies sind reine Mittel und ergeben als Mittel noch nicht unmittelbare Lsungen menschlicher Konflikte, doch aber mittelbare. Mittelbar heit ber ein Drittes. Das Dritte fhrt uns in den Bereich der Sachen, der objektiv handhabbaren Erscheinungen. Die erste ist die Technik der zivilen Unterredung, deren prinzipielle Ausschaltung der Gewalt nicht nur dadurch angezeigt ist, dass die sprachliche Verstndigung der Gewalt unzugnglich ist, sondern – und das ist bedeutend – durch die Straflosigkeit der Lge. Denn die Lge kann hilfreich sein, sobald der eine dem anderen verzeiht oder vergibt, d.h. das ihm Angetane vergit. Ehrlichkeit hat hier ihre zwiespltige Bedeutung, ist die Verzeihung nmlich angestrebt, so wird sie verhindert durch die zwanghafte Berufung auf das ehrlich Angetane. Es gibt vielleicht keine Gesetzgebung auf der Erde, welche die Lge ursprnglich bestraft. Darin spricht sich aus, dass es eine in dem Grade gewaltlose Sphre menschlicher bereinkunft gibt, dass sie der Gewalt vollstndig unzugnglich ist: die eigentliche Sphre der Verstndigung, der Sprache. Erst nachtrglich hat das Recht, indem es den Betrug unter Strafe stellte, die Sphre der zivilen Unterredung gestrt.

    ...............
    http://www.wbenjamin.de/zur-kritik-der-gewalt/

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