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    Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Türkischer Präsident in Brüssel empfangen. EU braucht Ankara für weitere Abschottung Europas

    Es sind grausame Bilder: Ein Fahrzeug des türkischen Militärs schleift einen gefesselten jungen Mann durch die Straßen von Sirnak. Wie die kurdische Nachrichtenagentur ANF berichtete, soll es sich bei dem Opfer um den 24jährigen Haci Lokman Birlik gehandelt haben, der am Freitag von Soldaten hingerichtet worden sei. Birlik war demnach bei einem Angriff der Armee auf Sirnak verwundet worden. Die Soldaten erschossen ihn, sprangen auf seinen Kopf und banden ihn schließlich an ihren Lastwagen.

    Der Chef der prokurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtas, machte die Regierung in Ankara direkt für das Verbrechen verantwortlich. ANF zitierte ihn am Montag mit den Worten: »Wenn sie das mit einem Toten machen – was würden sie einem Lebenden antun!« Auch Parlamentsabgeordnete der deutschen Linkspartei verurteilten am Montag die grausame Tat: »Die Weisung für eine derartige Zuspitzung des Konflikts kommt von Staatspräsident Erdogan. Die Bundesregierung und die EU sind gefordert, endlich Konsequenzen zu ziehen.«

    Doch die EU-Kommission will die Türkei weiter zu einem »sicheren Herkunftsland« erklären. Das hatte sie schon Anfang September per Pressemitteilung angekündigt. Am Montag wurde nun Recep Tayyip Erdogan in Brüssel empfangen. Vorgesehen waren Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, EU-Ratspräsident Donald Tusk und dem Präsidenten des Europaparlaments, Martin Schulz. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am Wochenende berichtete, sollte dem türkischen Staatschef dabei ein Aktionsplan vorgelegt werden, der den Bau von sechs neuen Flüchtlingslagern auf türkischem Boden vorsieht. In diesen sollen bis zu zwei Millionen Menschen festgehalten werden. Die EU will »im Gegenzug« bis zu eine halbe Million Menschen in Europa aufnehmen und eine Milliarde Euro an Ankara überweisen. Ansonsten sollen die türkische und die griechische Küstenwache gemeinsam mit der EU-Grenzschutzagentur Frontex die Ägäis noch schärfer gegen Flüchtlinge abriegeln.

    http://www.jungewelt.de/2015/10-06/053.php

  2. #2


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    AW: Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Türkische Autobahnen

    Erst lässt Ankara tausende Dschihadisten nach Syrien und heizt den syrischen Bürgerkrieg nach Kräften an. Dann öffnet es hunderttausenden Migranten alle Grenzen und Tore nach Europa. Jetzt verhandelt Präsident Erdogan in Brüssel über ein Arrangement mit der EU, um die Grenzen der Türkei wieder zu sichern. Für die EU wird das nicht billig − und ob es funktioniert, ist mehr als fraglich.

    Die Türkei ist Teil des Problems

    Diese Beiruter Analyse der Rolle der Türkei in der europäischen Flüchtlingskrise verdient ein ausführliches Zitat: „Was die Türkei des Islamisten und im syrischen Konflikt äußerst engagierten Erdogan angeht, so hat sie ihre Grenzen mit Syrien geöffnet, und zwar in beide Richtungen. Als rückwärtige Basis des Islamischen Staat und der radikalsten Dschihadisten-Gruppen wie als Autobahn für den europäischen, arabischen und asiatischen Dschihad in Richtung Syrien hat sich die Türkei so tief in den syrischen Konflikt verstrickt, dass sie nun ihre innere Stabilität von genau jenen bedroht sieht, die sie zuvor unterstützt und ermutigt hat. … Und nun dreht Ankara sozusagen seine Jacke um, öffnet die europäische Autobahn in umgekehrter Richtung und ermutigt alle Sorten von Flüchtlingen und Wirtschaftsmigranten, die bis jetzt in der Türkei untergebracht waren, sich auf den Weg nach Europa zu machen.“

    Ankara entledigt sich auf diese Weise der Personen, die für die Türkei selbst zur Gefahr geworden sind.

    Fadi Assaf (Le Figaro)
    Erst hat die Türkei Zehntausende übelster Dschihadisten nach Syrien geschleust und damit das blutige Gemetzel dort befeuert, das meint der libanesische Politikberater Fadi Assaf in der französischen Tageszeitung Le Figaro, und jetzt drängt sie Hunderttausende, ja Millionen Migranten aus Syrien, Afghanistan oder Pakistan zum großen Treck nach Europa. Assaf: „Ankara entledigt sich auf diese Weise der Personen, die für die Türkei selbst zur Gefahr geworden sind.“

    Ist es vorstellbar, dass in einem Land, in dem nicht einmal zehn Oppositionelle eine Demonstration abhalten können, ohne von der doppelten Anzahl Polizisten umringt zu werden, Hunderttausende einfach so illegal die Grenze überqueren können? Natürlich nicht.
    Frankfurter Allgemeine Zeitung


    Die Türkei ist und bleibt ein schwieriger Partner. Brüssel sollte sich darauf einstellen, dass die EU ihre Außengrenze in der Ägäis vor allem selber sichern muss.

    https://www.bayernkurier.de/ausland/...che-autobahnen

  3. #3
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    AW: Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Anhang 5006
    Kladderadatsch 1889
    Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland

  4. #4
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    AW: Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Etwas gibt es bei den europäischen Politikern, wie Wasser im Atlantik: Dummheit! Es kann doch nicht sein, dass Erdogan erst alle Schleusen aufmacht, noch als Schlepper fungiert und dann eine Milliarde Euro zur Belohnung erhalten soll, dass er die Grenzen "sichert", was er sowieso nicht, oder nur kurzfristig, tun wird. Und was soll denn bitte mit den zwei Millionen Flüchtlingen in diesen Lagern auf lange Sicht passieren? Damit hat ErdoKhan dann nur ein weiteres Druckmittel gegen Europa, das er mittelfristig auch einsetzen wird. Mann, der muss sich wirklich denken: "Wie blöd sind denn diese Europäer!?". Und er hat ja sogar recht damit!
    Alles lauter Vollidioten!
    "...und dann gewinnst Du!"

  5. #5
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    AW: Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Erdogan kann nun die Ernte einfahren, er hat die EU weichgeklopft. Genau das war ja sein Kalkül als er den Visazwang für fast alle Staaten abschaffte. Um Europa auf dem Landweg zu erreichen, muss man durch die Türkei und das hat Erdogan ermöglicht. Die Türkei erhält mal wieder erhebliche Summen und wahrscheinlich fällt der Visazwang für Türken.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  6. #6
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    AW: Zynisches Geschäft mit Erdogan

    Die Völker Europas haben es nicht verdient, von solchen Idioten in den Abgrund getrieben zu werden. Es ist einfach genug!

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