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  1. #1
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    Rente mit 60?

    Die SPD unter Schröder schaffte anfangs den von der Kohl-Regierung erfundenen "Demografischen Faktor" ab, der in der Rentenberechnung eingefügt werden sollte. Nach wenigen Jahren kam dann von der gleichen Regierung die Rente mit 67, was gegenüber dem Demografischen Faktor eine deutliche Verschlechterung für die arbeitende Bevölkerung darstellt. Es ist deshalb etwas seltsam, dass von der SPD im Wahlkampf und auch in den Koalitionsverhandlungen eine Rente ab 45 Beitragsjahren gefordert wird. Ich persönlich begrüße diesen Ansatz, ist er doch erheblich gerechter als ein starres Renteneintrittsalter. Mit den 45 Beitragsjahren ist man wieder beim früheren "Eckrentner" gelandet. Das Erstaunliche an der Sache ist aber, dass man in Kauf nimmt, dass eine deutliche Anzahl an Arbeitnehmern bereits vor dem 65. Lebensjahr ohne Abschlag in Rente gehen können. Vor 40-50 Jahren war es durchaus üblich, dass man mit 15 oder 16 eine Ausbildung begann. So könnten also durchaus einige Hunderttausend Leute mit 60 in Rente gehen. Kein Wunder, dass sich die Arbeitgeberverbände sträuben. Statistisch gesehen arbeiten allerdings in der Altersgruppe der 60-65 Jährigen nur noch relativ wenige.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  2. #2
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    AW: Rente mit 60?

    In einigen Berufsgruppen wäre es sinnvoll früher in Rente zu gehen. Welchen Nutzen bringt ein Arbeiter, der ständig zum Arzt muss, weil die Knochen kaputt sind? Dem Arbeitgeber bringt er nicht mehr viel Nutzen, dann sollter er stattdessen eine jungen Kollegen einstellen. Irgendwann hat er auch die immer wieder erwähnte Erfahrung.
    Wer die Faust ballt, kann die Hand nicht reichen.
    In Zeiten, da Täuschung und Lüge allgegenwärtig sind, ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.

  3. #3
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    AW: Rente mit 60?

    Zum Rentenbetrug unter Schröder (ist natürlich nur noch die Spitze des Eisberges, denn was ist alles passiert, um die Renten auf Armutsniveau zu drücken?

    In Kürze: Renten werden inzwischen vom Nettoverdienst errechnet und nicht mehr vom Bruttoverdienst, obwohl anhand des Bruttoverdienstes der Beitrag berechnet wird;

    es gilt ein Durchschnittseinkommen, das die Verdienststeigerungen der letzten Jahre vor Rentenbeginn konsequent ausspart (im Gegensatz zu früher);

    es wird - und hier gab es keine Bestandsgarantie, obwohl wir ja Rechtsstaat sind - nicht mehr die gesamte Ausbildung berücksichtigt;

    Arbeitslosigkeit spiegelt sich im Rentenverlauf wesentlich negativer als früher;

    die Altersgrenzen sind angehoben worden und zusätzlich ist die EU-Rente abgesenkt worden, beides führt nun zu sehr hohen Rentenkürzungen bei vorzeitigem Renteneintritt (früher konnte man ab einer gewissen Lebensarbeitszeit ohne Rentenkürzung in den Ruhestand gehen);

    zusätzlich gibt es einen Rentenabschlag für die Inanspruchnahme einer Rente vor 62, die zeitlebens bleibt;

    von den Renten müssen inzwischen Krankenversicherungsbeiträge und Pflegeversicherungsbeiträge gezahlt werden (- 10 Prozent) (im Gegensatz zu früher),

    die Renten müssen versteuert werden mit einem jährlich höheren Anteil (früher galt dies nicht);

    andere Einkünfte, hier besonders Betriebsrenten werden nun auf die Rente angerechnet (auch dies war früher nicht der Fall)

    Zur Berechnung: Es wird ein sogenannter Durchschnitt der Verdienste angenommen (der natürlich sehr hoch liegt). Sobald man diesen Durchschnitt verdient, so werden die eingezahlten Rentenbeiträge mit dem Faktor 1,0 multipliziert, bleiben als Rechengröße also in vollem Umfang erhalten

    Verdient man darüber (bis zur Beitragsbemessungsgrenze), werden die Beiträge mit einem Faktor höher als 1,0 multipliziert, beispielsweise mit 1,5, was einen Zuschlag zu den eingezahlten Beiträgen bedeutet, zahlt man beispielsweise 100,-- Euro als Gutverdiener ein, werden daraus 150,-- Euro als Rechengröße

    Verdient man aber nun weniger, was besonders die betrifft, die auf eine ausreichende Rente angewiesen ist, so werden die eingezahlten Beiträge mit einem Faktor kleiner als 1,0 berücksichtigt. Jemand, der also weniger verdient als der Durchschnittsverdienst ausweist, dessen Beiträge werden zum Beispiel mit 0,8 multipliziert. Von seinem tatsächlich eingezahlten Beitrag von 100,-- Euro bleibt diesen zukünftigen Rentner nur 80,-- Euro, die als Rechengröße erhalten bleiben.

    So, aber nun zu einem Rentner, der tatsächlich glaubt, die Regierung verklagen zu können (bitte diesmal wirklich den Link anklicken):

    Es wird uns zum Thema Renten, Altersarmut usw. unendlich viel erzählt, auch vom ’demografischen Wandel‘ ist ja gern die Rede. Bedauerlich, dass wir immer älter werden. Aber ist Ihnen das schon mal aufgefallen? Nur die Rentner werden immer älter! Politiker und Beamte werden grundsätzlich nicht älter! Dabei werden sie im Schnitt zwei Jahre älter als Rentner. Die Dramatisierung des demografischen Wandels dient auch nur der Einschüchterung der Pflichtversicherten und der Erschließung neuer Geschäftsfelder der Versicherungsindustrie. Die, die jetzt arbeiten – ob vor oder nach dem Alterseinkünftegesetz –, die werden ausgeplündert und mit Altersarmut bedroht, das sollten sie wissen! Altersarmut würde es aber gar nicht geben, wenn man uns die geplünderten Rentenversicherungsbeiträge zurückerstatten würde, mit Zinsen, wie es sich gehört!“
    http://www.taz.de/!116881/

  4. #4
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    AW: Rente mit 60?

    Inzwischen scheint man sich auf einen Renteneintritt ab 63 nach 45 Beitragsjahren zu einigen. Das ist durchaus eine Verbesserung der Situation. Die Frage ist aber, wie lange so eine Regelung Bestand hat. Die Arbeitgeber fordern eine Rente ab 70.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  5. #5
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    AW: Rente mit 60?

    Update: im Koalitionsvertrag ist nun vereinbart worden, dass Leute mit 45 Beitragsjahren mit 63 in Rente gehen können. Allerdings ist diese Regelung reine Augenwischerei denn bis 2030 steigt das Renteneintrittsalter schrittweise auf 65. Die Rente mit 67 ist damit nicht vom Tisch, denn wer keine 45 Beitragsjahre vorweisen kann, der muss solange arbeiten. Wichtig ist aber auch, dass nun Phasen der Beschäftigungslosigkeit berücksichtigt werden. 5 Jahre werden so angerechnet, auch wenn das Job-Center keine Beiträge entrichtet. Wer also 40 Beitragsjahre hat, 58 Jahre alt ist und arbeitslos wird, hat dann als 63-Jähriger 45 Jahre voll und kann in Rente gehen.
    Hinzu kommt eine Verbesserung der "Mütterrente" Für jedes Kind, welches vor 1993 geboren wurde, gibt es einen Rentenpunkt, was ca. 28 Euro ausmacht.
    Geändert von Realist59 (01.12.2013 um 18:41 Uhr)
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  6. #6
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    AW: Rente mit 60?

    Das was die Regierung heute verlauten lässt, muss in einigen Jahren schon längst nicht mehr stimmen. Die Rente ist im Bundestag doch ständig auf der Tagesordnung und es wird immer wieder Veränderungen geben.
    Wer die Faust ballt, kann die Hand nicht reichen.
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  7. #7
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    AW: Rente mit 60?

    Das Rentenpalaver wird dem jeweiligem Wahlkampfprogramm angepasst..
    So wird es immer sein..
    Unseren "Volksvertretern" geht doch das Volk am Poppes vorbei

  8. #8
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    AW: Rente mit 60?

    Die Arbeitgeber fordern eine Rente ab 70.
    Dann machen wir uns mal darauf gefasst, mit 80 in Rente gehen zu können.

  9. #9
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    AW: Rente mit 60?

    Wer heute über 55 ist, kann noch einmal Glück gehabt haben, alle Jüngeren haben das Nachsehen. Die neue Regelung wurde von der SPD durchgesetzt. Man sieht, dass die anhaltend schlechten Wahlergebnisse ihre Wirkung nicht verfehlen.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  10. #10
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    AW: Rente mit 60?

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Wer heute über 55 ist, kann noch einmal Glück gehabt haben, alle Jüngeren haben das Nachsehen. Die neue Regelung wurde von der SPD durchgesetzt. Man sieht, dass die anhaltend schlechten Wahlergebnisse ihre Wirkung nicht verfehlen.
    Es empfiehlt sich, in Heller und Pfennig durchzurechnen oder nachzurechnen, was die Politiker bescheren. Schaut man mal auf die Rentenhöhen, ist Deutschland weit abgeschlagen.

    Deutsche kriegen weniger Rente als Brasilianer
    Berlin – Rentenschock für alle Geringverdiener in Deutschland! Sie werden im Alter so wenig Rente bekommen wie in kaum einem anderem Industrieland.
    Eine Prognose der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nennt die erschreckenden Zahlen: Etwa jeder 10. in Deutschland verdient weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens (derzeit rd. 2670 Euro brutto/Monat).
    Diese Personengruppe bekommt ab 2050 nur noch 55 % der Bezüge als Rente raus. Das ist sogar weniger als in Brasilien oder Chile! Schnitt aller 34 OECD-Länder: 82 %.
    Das heißt: Wer heute in Deutschland 1400 Euro brutto verdient, hat als Rentner nur noch 770 Euro netto raus, während es im OECD-Schnitt fast 1200 Euro wären.
    Monika Queisser, Leiterin der OECD-Abteilung für Sozialpolitik: „In Deutschland werden die Rentenbezüge für Menschen mit verhältnismäßig kleinem Gehalt gegen Mitte dieses Jahrhunderts so niedrig sein wie in kaum einem anderen OECD-Land.“
    Dazu kommt laut OECD, dass nur jeder zweite deutsche Rentner im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung lebt und dadurch keine Miete zahlen muss. Im OECD-Schnitt sind es 76 %.
    Klartext: Ein Großteil der Geringverdiener muss von der Mini-Rente im Alter auch noch Miete bezahlen. Von Zinsen oder anderen Kapitaleinkünften profitieren in Deutschland auch nur 17 %.

    Selbst Senioren, die sparsam haushalten, können noch in die Armut abrutschen, wenn sie pflegebedürftig werden.
    Die OECD: „Schon ein verhältnismäßig geringer Pflegeaufwand von etwa zehn Stunden pro Woche kann das verfügbare Einkommen von Senioren der unteren Einkommensklasse um bis zu zwei Drittel mindern.“
    Aber wie niedrig sind die Renten wirklich? Laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung liegen derzeit knapp 9 Mio. (43,6 %) der insgesamt 20,6 Mio. Renten unter 750 Euro und damit unter dem Niveau von Hartz IV.
    Und die Zahl der Senioren, die Grundsicherung im Alter erhalten, weil die Rente zum Leben nicht reicht, ist 2012 auf 464 836 gestiegen – plus 6,6 %
    http://www.bild.de/geld/wirtschaft/g...2054.bild.html
    http://www.bild.de/geld/wirtschaft/g...2054.bild.html
    Das Problem der niedrigen Renten durch die bisherigen Reformen ist nämlich nicht vom Tisch, wenn eine Mutter ein wenig mehr Rente erhält oder für einzelne die Möglichkeit besteht, abschlagsfrei in die niedrige Rente zu gehen.

    Die sieht nämlich so aus:






    sofern sie abschlagslos gezahlt wird, was schon deswegen unwahrscheinlich erscheint, weil die Ausbildungszeiten nur noch zu einem sehr geringen Teil berücksichtigt werden.

    Dazu sollte auch erwähnt werden, daß die Renten brutto ausgezahlt werden, d.h. Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden, was schon einmal ein erstes Minus von noch einmal 10 Prozent der Rente bedeutet und anschließend Steuern zu entrichten sind.

    Sollte es möglich sein, daß ein Rentner nach 45 Beitragsjahren vor 63 in Rente gehen darf, abschlagsfrei, müßte erst einmal der Passus in dem Regelwerk, der einen dauerhaften Rentenabzug von 10 Prozent der Rente vorsieht für diejenigen, die jünger als 62 in Rente gehen, entfernt werden. Ich fürchte fast, daß genau dies nicht geschehen wird - und so haben wir wieder eine Augenwischerei für die Bevölkerung. Abschlagsfrei würde dann nämlich bedeuten: Abschlagsfrei und trotzdem - 10 Prozent dauerhaft.

    Die kleinen handwerklichen Fehler zu Lasten der Bevölkerung haben seit Schröder ja schon Tradition in Deutschland!

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