Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1


    1 out of 1 members found this post helpful. Did you find this post helpful? Yes | No

    Female Revolutionres Buch ber "Arabische Lust"

    ....frchte, dass diese Autorin nun auch Polizei-Schutz bentigt, denn den hat sie sich verdient.
    Plappert sie doch tatschlich aus dem Nhkstchen und spricht so alle Perversitten der "arabischen Sex-Kultur" an.

    http://www.welt.de/kultur/literarisc...#disqus_thread

    09:46Islam und Sex
    Die arabische Lust in allen Details
    Shereen el Feki hat ein Buch ber Sex in den arabischen Lndern geschrieben. Von der Ehe bis zur mnnlichen Prostitution verrt es dem Westen smtliche Geheimnisse des islamischen Geschlechterlebens. Von Necla Kelek




    Im Frhjahr 2011 sprte der deutsche Schriftsteller Navid Kermani auf dem Tahrir-Platz in Kairo die revolutionre "Zrtlichkeit der Massen". Nun wird fast tglich ber sexuelle bergriffe, Grabscher und Vergewaltigungen vom Ort der arabischen Freiheit berichtet. Die Journalistin und Immunologin Shereen El Feki, in Kanada aufgewachsene Tochter eines gypters und einer walisischen Mutter, ist in tausendundeinen Tage vom Tahrirplatz aus durch gypten, dem Maghreb und Mittleren Osten gereist, um herauszufinden, ob und wie sich vor und nach dem Sturz der Despoten das Verhltnis der Mnner und Frauen zueinander verhlt und verndert hat. Es ist eine Anamnese des Zustands der Sexualitt in der islamischen Welt, wie sie so bisher unbekannt war.

    Der Titel des Buches von Shereen El Feki "Sex und die Zitadelle" bezieht sich auf die von Saladin 1176 gegen den Ansturm der Kreuzritter errichtete Festung, die ber Kairo thront. Auf Seite 350 erklrt sie dieses Wortbild: "Was die Sexualitt anlangt, so knne man meinen, die arabische Welt gleiche einer Zitadelle, einer uneinnehmbaren Festung, deren Auenmauer jeden erdenklichen Angriff auf die Bastion heterosexueller Ehe und Familie abwehrt."



    Flauberts Gier nach Sex

    "Flaubert fickte sich sozusagen nilaufwrts" interpretiert El Feki denn auch die Tagebuchaufzeichnungen Gustave Flauberts, der 1850 eine gyptenreise unternahm und stellt ihn als einen Sextouristen dar, der weniger an den antiken Tempeln, sondern sich mehr fr mnnliche und weibliche Huren interessierte. Flaubert steht fr die koloniale Sicht auf den Orient, und El Feki charakterisiert seine Beziehung zu der Region und ihren Menschen als ein Ausbeutungsverhltnis, whrend sich als Gegenbeispiel angefhrt ein islamischer Imam in Paris zu fast gleicher Zeit allein wissenschaftlichen Betrachtungen hingab.

    Flaubert markiert die Zeitenwende. Fast 50 Jahre zuvor hatte Napoleon der muslimischen Welt am Nil eine vernichtende Niederlage bereitet. Es dauerte in dieser Betrachtung weitere fnfzig Jahre, bis auch die Auffassung von Sexualitt im Islam kolonialisiert wurde. Weg von der sinnenfrohen Bejahung des Geschlechtlichen "als Gebet" in der arabischen Welt hin zur Entfremdung vom eigenen Krper und dem Umstand "die eigene Sexualgeschichte nach einer europischen Vorlage umzuschreiben." Ob allerdings das Liebesleben in den Harems der Fatimiden, Osmanen und Mamelucken in gypten frei war, entzieht sich unserer Kenntnis.

    Der Islamismus der Salafisten, Wahabiten und Muslimbrder im vergangenen Jahrhundert verstrkte diese Regression, weil er sich von der "Jauchegrube des sexuellen Chaos und moralischen Zerfalls" absetzen wollte, zitiert El Feki den Grnder der Muslimbruderschaft, Sayyid Qutb. Folgt man seinen Ansichten, dann ist der Zustand des Liebeslebens in der arabischen Welt ein Reflex auf den Kolonialismus.

    Sexuelle Zwangsjacke

    Fr Shereen El Feki hingegen stecken die arabischen Gesellschaften in einer sexuellen Zwangsjacke, die dadurch entstand, dass sich der Islam in allen Bereichen des Lebens drngte. Den gordischen Knoten zerschlagen, "das sexuelle Elend der Massen" beenden, lsst El Feki einen marokkanischen Soziologen sagen, knne man nur, wenn man wie der Sexualforscher Wilhelm Reich den Kapitalismus und Faschismus als repressives System beim Namen nennt und die Unterjochung bewusst macht, die in islamischen Lndern herrsche. In diesem Sinne hat El Fekis Buch auch einen europischen Ansatz, denn es beschreibt und macht ffentlich, was als "haram", als verboten gilt.

    Was Shereen El Feki auf den folgenden ber 300 Seiten verdienstvoll beschreibt, ist der "state of sex" der islamischen Welt. Sie lsst fast nichts aus. Sie schreibt ber die Ehe, das heit ber "die Sonne, deren Anziehungskraft das Ganze zusammenhlt", ber Jungfrulichkeit, Masturbation, Verhtung, Abtreibung, Beschneidung, Prostitution, Homosexualitt und Transvestiten.

    "Wer heiratet, hat die Hlfte dieses Glaubens erfllt; fr die zweite Hlfte frchte er Gott." zitiert El-Feki den Koran und beschreibt die Ehe als Fundament der arabischen Gesellschaft. Ohne Heirat kein Sex, ist das Credo der Moral des Islam. Nikab, das Wort fr Heirat bedeutet auch Geschlechtsverkehr. So ist die durch und durch religise Gesellschaft, in der die Religion alles vorschreibt, verbietet, versagt und fordert, recht erfinderisch, was das Heiraten angeht. blich ist die von den Eltern, einem Vormund oder Vermittler arrangierte Ehe.

    Enzyklopdie der Lust

    Solche Instanzen seien ntig, weil sich Jungen und Mdchen im Alltag nicht frei begegnen knnten, die Lebensrume der Mnner und Frauen im Alltag traditionell getrennt voneinander sind und unkonventionelle Begegnungen der Geschlechter stets unter dem Verdacht der zina, der Unzucht stehen. Das hat sich in Zeiten von Internet, Handy und SMS zwar gewandelt, aber das Handy, mit dem Aufstnde organisiert werden knnen, ist gleichzeitig auch ein Werkzeug der sozialen Kontrolle durch die Eltern, die ihre Schtzlinge bestndig anrufen, um zu erfahren, ob sie auch zchtig sind.

    Hochzeiten sind Vertrge zwischen Familien und teuer. Die Familie des Brutigams muss nicht nur den Brautpreis finanzieren, sondern auch die Hochzeitsfeier, wobei Feste unter 500 Personen noch als "diskrete Events" gelten. Weil sich viele Menschen diese Art Feiern nur schwer leisten knnen, wird in gypten inzwischen immer spter geheiratet.

    Auch aus diesem Grund haben sich religis legitimierte, zeitlich begrenzte Formen der Ehe entwickelt. Die muta-Ehe, eigentlich eine schiitische Form der Ehe auf Zeit, fr eine Nacht, eine Woche, einen Sommer, die in gypten gern von reichen Arabern praktiziert wird, um im Urlaub junge Mdchen an sich zu binden. Die rfi-Ehe wiederum ist eine informelle Verbindung, die dazu dient, den Status von Geliebten zu legitimieren. Die misyar-Ehe nicht zu vergessen. Sie ist eine Ehe, die von Reisenden oder Zeitarbeitern geschlossen wird. Tausende Eltern vermitteln ihre meist unter 16 Jahre alten Tchter in "Sommerehen" mit reichen Auslndern, um ihren eigenen Unterhalt zu finanzieren.

    Heimliche Whrung Viagra

    All diese Formen dienen im Kern dazu, sexuelle Beziehungen, auch religis zu legitimieren. Dabei handelt es sich oft schlicht um von Eltern organisierte und Geistlichen sanktionierte Prostitution. El-Feki beschreibt diese Sitten und Traditionen detailliert, schonungslos.

    Das Lob des Geschlechtlichen leitet sie aus der islamischen Tradition her und fhrt als Referenz die "Enzyklopdie der Lust" von al-Katib aus dem 11. Jahrhundert an. Das wesentlich einflussreichere ber tausend Jahre die islamische Auffassung bestimmende "Buch der Ehe", das die Mnnerherrschaft und Geschlechterapartheit zementierte und von al-Ghazali aus derselben Zeit stammt, erwhnt sie leider nicht.

    Die Mnner stehen ihrer Darstellung nach unter dem Druck, potent zu sein, denn "Impotenz ist laut der Ehegesetze der Scharia ein Scheidungsgrund". El Feki stellt fest: Viagra und deren Generika sind in der arabischen Welt eine Art "zweiter Whrung" geworden. Whrend also Mnner immer knnen mssen, wird Frauen unterstellt, immer zu wollen. Und so kommt es zu Komplikationen. Da die Frau "die Ehre" der Familie ist, hat sie sich, von anderen Mnnern fernzuhalten. Es gibt neben der ehelichen Gewalt und der bergriffe in der ffentlichkeit drei groe Disziplinierungsmanahmen, um Frauen in Schach zu halten: erstens den Schleier, der die Frau vor anderen Mnnern verbirgt. 90 Prozent der gypterinnen sind inzwischen verschleiert.

    Werkzeuge der Unterdrckung

    Zweitens die trotz chtung praktizierte Genitalverstmmelung, der 90 Prozent der gyptischen Frauen ausgesetzt sind. Drittens die Kontrolle der Jungfrulichkeit. Shereen el Feki schildert, wie tief die Tradition der Beschneidung unter den gyptischen Frauen verwurzelt ist. Sie unterhlt sich mit einer daya, einer Hebamme, die nicht nur Geburtshelferin ist, sondern auch die Tradition der sexuellen Kontrolle ausbt. El-Feki errtert die Vorgnge um die Beschneidung so, als handele es sich dabei um einen Friseurbesuch.

    Ausfhrlich und nahegehend schildert sie die religisen und traditionellen Argumente dieser Krperverletzung, die an Frauen von Frauen praktiziert wird, und irritiert mit der Anmerkung, dass die aus dem Westen finanzierten Initiativen gegen Beschneidung vielen gypterinnen fremd sind, weil sie meinen, das sei ein Mittel gegen "zgelloses weibliches Verlangen".

    Die dritte Disziplinierungsmanahme gegenber Frauen ist der "Hymenbeweis", der Jungfrulichkeitstest. Der Mann hat das Recht auf ein uneingeschrnktes Sexualleben, schreibt El Feki, aber die Frau muss Jungfrau sein, wenn sie in die Ehe geht. Um berhaupt die Hochzeitsnacht als Unberhrte zu erreichen, mssen die jungen Leute sich vorher etwas einfallen lassen, wenn sie Sex haben wollen. Das Durchschnittsalter der Brute in gypten ist inzwischen 24 Jahre, hnlich in Tunesien.

    Analverkehr zur Empfngnisverhtung

    "Es wird eine Menge Analverkehr praktiziert," berichtet eine tunesische Medizinstudentin. "Offen gesagt, weil die Mdchen glauben, dass sie auf diese Weise ihre Jungfrulichkeit behalten knnen." El-Feki lsst mehrere Mnner zu Wort kommen, die erst in der Ehe erfuhren, dass "von hinten" nicht der Weg ist, um Kinder zu zeugen.

    Wenn die Jungfrulichkeit auf der Strecke geblieben ist, wird um das Gesicht zu wahren, eine Hymenrekonstruktion beim Gynkologen vorgenommen. Auch das finden einige Imame akzeptabel, wird doch die Ehre und das Ansehen der Beteiligten damit gewahrt. Und das ist in der islamischen Kultur das entscheidende.

    Die Entjungferung wird dann in traditionellen Familien in der Hochzeitsnacht nicht auf "frnkische Art", also vom Mann mit seinem Glied, sondern nach "lndlicher Art" durch die daya, Hebamme, entweder mit dem Finger oder "mit einem mit weiem Tuch umwickelten Rasiermesser," vorgenommen, "wobei der Brutigam zusieht und die Mtter anwesend sind."

    Das ganze Land geht auf den Strich

    "Das ganze Land geht auf den Strich" sagt eine von der Autorin als Sexarbeiterin vorgestellte Jihane. Prostitution ist in gypten und Tunesien verboten, aber mnnliche wie weibliche "Sexarbeit" allgegenwrtig. Illegal oder religis legitimiert in "Sommerehen". Homosexualitt ist sowohl vom Islam wie per Gesetz verboten und durchgehend diskriminiert, aber allgegenwrtig und seit Harun-al-Rashids Berichten aus 1001 Nacht in der Kultur vorhanden. Schwul, so ist gngige Auffassung, ist der "passive", nicht der penetrierende Partner beim Sexualakt.

    Das Buch bietet erstmals eine groe Zahl von neuen Informationen aus der fr Fremde verschlossenen Welt. Es ist ein groes Verdienst der Autorin, dass sie eine ffnung in die Mauer des Schweigens geschlagen hat und vor allem den Muslimen Material an die Hand gibt, um aus dem Schweigen herauszutreten und die eigene Haltung zu reflektieren.

    Sie beschreibt die prgende Kraft des Islam in Kultur und Tradition, zwar ohne genauer die sich daraus erwachsenen gesellschaftlichen Machtverhltnisse, die patriarchalischen Strukturen zu benennen, wie etwa den Ausschluss von Frauen aus dem ffentlichen Leben. Interessanter wre die Lektre noch gewesen, wenn Shereen El Feki ihre Position zu den Debatten moderner arabische Soziologinnen und Geschlechterforscherinnen wie der Marokkanerin Fatima Mernissi und der gyptischen rztin Nawal El-Saadawi skizziert htte.

    Doch Shereen El Feki geht ihren eigenen Weg. Sie zeigt schonungslos und ehrlich, unter welchen Bedingungen Frauen und Mnner miteinander leben und wie ihr Sexualleben in der Realitt der Zitadelle aussieht. El Feki hat fr uns das Tor zur Zitadelle des Schweigens aufgestoen. Sie wird sich nicht so leicht wieder schlieen lassen.

  2. #2
    Registriert seit
    13.07.2010
    Beitrge
    29.993


    Did you find this post helpful? Yes | No

    AW: Revolutionres Buch ber "Arabische Lust"

    Auf in den Orient
    Wer Seine Vergangenheit nicht schtzt und respektiert, ist Respekt der Gegenwart nicht wrdig, und hat kein Recht auf die Zukunft...
    20 Februar 1920 Marschall Jzef Piłsudski

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gste: 1)

hnliche Themen

  1. Schwedisches "PI" macht dicht Hosen voll, Lust verloren - taz.de
    Von open-speech im Forum Freie Diskussion
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 18.10.2011, 18:40
  2. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 25.07.2011, 17:57
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.08.2010, 12:21
  4. "Wer wirft den ersten Stein?": Buch zu Frauenrollen in den Religionen - Kathweb
    Von open-speech im Forum Gesellschaft - Soziales - Familie
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 22.04.2010, 12:10
  5. "Der Harem des Propheten" - Ein freches Buch ber Mohammed
    Von Kybelines News im Forum Islam-Sammelsurium
    Antworten: 5
    Letzter Beitrag: 19.03.2009, 18:10

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhnge hochladen: Nein
  • Beitrge bearbeiten: Nein
  •  
Single Sign On provided by vBSSO