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  1. #1


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    Islamische Münzen im Ostseeraum vorherrschend - 800 bis 970 n. Chr.

    Wikingerzeitliche Münzen aus Funden im Ostseeraum..

    . Münzen aus der islamischen Welt

    Im Zeitraum von 800 bis 970 n. Chr. waren Münzen aus der arabischen bzw. islamischen Welt im Ostseeraum vorherrschend. Serienmäßig hergestellte Waagen und Normgewichtssätze sicherten ab ca. 870 n. Chr. eine einheitliche Bewertung des Gewichtsgeldes im gesamten Handelsraum der Ostsee. Man vertraute auf den gleich bleibenden Feingehalt der Münzen, die bis zum Anfang des 9. Jahrhunderts aus Bagdad und Teheran kamen. Danach kamen als weitere Prägeorte Taschkent und Samarkand hinzu, deren Münzen ab 870 den Hauptteil der Funde ausmachen. Eine Schlüsselrolle für den Handel zwischen Asien und dem Orient mit Russland und Nordeuropa nahm in dieser Zeit das Reich der Chasaren ein. Durch ihr Gebiet an Dnjepr, Wolga und im Kaukasus führte, größtenteils über Wasserwege, die Verbindung zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer, der Weg von den Warägern zu den Griechen. Über das Schwarze Meer konnte Konstantinopel auf Schiffen erreicht werden, über das Kaspische Meer das Emirat von Buchara unter der Herrschaft der Samaniden und das Reich der Kalifen aus dem Hause der Abbasiden. Die Silbermünzen wurden in den Ländern des Ostseeraums oft eingeschmolzen und zur Verarbeitung zu Schmuckstücken verwendet. Dies zeigt eine Analyse vieler Silberfunde aus der Sammlung der Forschungsstelle für islamische Numismatik an der Universität Tübingen durch das Bernoullianum in Basel.[6] Mittels Röntgenfluoreszenzanalyse konnten winzige Mengen von Verunreinigungen des Silbers mit Wismut, Blei, Kupfer, Gold, Arsen und anderer chemischer Elemente nachgewiesen werden. Der Anteil solcher Elemente ergibt Hinweise auf den Herkunftsort des Metalls. Schmuckstücke aus Schweden, Schleswig-Holstein, dem Odergebiet sowie der Handelsmetropole Haithabu haben die gleiche Zusammensetzung wie die Münzen, die in Samarkand oder in Taschkent geprägt worden waren. Ab dem Jahr 840 n. Chr. wurden die Münzimporte aus der islamischen Welt in den Ostseeraum geringer und kamen zwischen 860 und 870 vollständig zum Erliegen. Der Grund dafür war der sinkende Silbergehalt der Münzen, denen immer mehr Kupfer und zum Gewichtsausgleich Blei beigemengt wurde. Mögliche Ursachen für die Münzverschlechterungen könnten das Versiegen der Minen im Hindukusch oder Unruhen im Emirat von Nasr II. gewesen sein. Tatsächlich kam es im Jahr 843 n. Chr. dort zu Aufständen, weil die Armee keinen Sold erhielt. Dies ließ sich durch eine Verschlechterung der Münzen leicht beheben, da in einer Münzgeldwirtschaft die Münzen ihren Nominalwert beibehalten. In der Gewichtsgeldwirtschaft des Ostseeraums war dies aber nicht möglich. Das schnelle Ende der Silberimporte aus diesem Raum könnte jedoch durch die Unterbrechungen der Handelswege ausgelöst worden sein, die durch Angriffe auf das Reich der Chasaren in den späten 860er Jahren bedingt wurden. Im 11. Jahrhundert kam es durch das Erstarken des römisch-deutschen Kaiserreichs und den frühen Bergbau im Harz, im Schwarzwald und in den Vogesen zu einem verstärkten Umlauf deutscher Münzen im gesamten Ostseeraum.

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    Dirham aus dem Jahre 807 aus dem Emirat von Córdoba
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wikinge..._im_Ostseeraum

  2. #2
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    AW: Islamische Münzen im Ostseeraum vorherrschend - 800 bis 970 n. Chr.

    sehr interessant. Naja zu dieser Zeit saßen die Muslime ja auch in Spanien. Ich gehe auch davon aus, dass die Muslime damals die "Welt der Ungläubigen" wohlwollender gesehen haben, als es viele heute tun.

    Wenn ich dazu komme, lese ich Stück für Stück Albert Houranis Die Geschichte der arabischen Völker. Ich denke auch darauf wird dort eingegangen. Leider bin ich noch im ersten Kapitel.
    "Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit"

  3. #3
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    AW: Islamische Münzen im Ostseeraum vorherrschend - 800 bis 970 n. Chr.

    Handel wurde schon erstaunlich früh zwischen den Völkern betrieben und die Wikinger waren damals die mobilsten Leute. Interessant ist auch, dass der Theresientaler aus Österreich über Jahrhunderte wichtigstes Zahlungsmittel im Osmanischen Reich war.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

  4. #4
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    AW: Islamische Münzen im Ostseeraum vorherrschend - 800 bis 970 n. Chr.

    Die Muslime hatten schon damals großes Interesse an unseren blonden Frauen, und haben diese über Sklavenhändler geordert.
    Ich kann mir vorstellen, dass dabei so manche Münze nach Westeuropa gekommen ist.

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