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  1. #61
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Gefakte Statistiken und eine Scheinblüte durch die Bauwirtschaft


    Türkei: Der brüchige Boom


    • Der türkische Ökonom und Wirtschaftsjournalist Mustafa Sönmez vergleicht den Zustand der Wirtschaft in der Türkei mit Osteoporose, die über kurz oder lang zu Brüchen führen muss. Die Frage ist nur wann.

    Die Türkische Wirtschaft steht gemessen an den wichtigsten Indikatoren kerngesund da, hat aber zugleich ein riesiges Leistungsbilanzdefizit aufgebaut.

    Die türkische Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren um rund neun Prozent gewachsen, 2012 werden es immer noch 2,5 Prozent sein. Das Defizit liegt unter drei Prozent, die Verschuldung unter 40 Prozent – vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent. Damit würde die Türkei im Gegensatz zu den meisten Euro-Staaten die Maastricht-Kriterien erfüllen. Die Währung ist stabil, das Bankensystem ist streng reguliert, ausländisches Kapital und Kredite strömen ins Land.

    Gerade hier aber sieht Sönmez, auf Einladung des vidc (Wiener Institut für internationalen Dialog und Zusammenarbeit) in Wien, den Schwachpunkt der türkischen Wirtschaft. Denn das hereinströmende Geld verbirgt, dass die Leistungsbilanz tiefrot ist, im Spitzenjahr 2011 waren es zehn Prozent des BIP, 2012 dürften es wieder sieben Prozent sein (50 Mrd. Dollar). Seit 1990 steigen die Importe deutlich stärker als die Exporte. Die Ursache: Die Türkische Lira ist um etwa 30 Prozent überbewertet. Das hat zu massiven Einfuhren geführt, sogar Fleisch und Getreide sind im Ausland billiger als in der Türkei. Die Exporte steigen nicht einmal ansatzweise so rasch wie das BIP und machen mit 135 Mrd. Dollar nur mehr 17 Prozent der Wirtschaftsleistung von rund 800 Mrd. Dollar aus. Fast zwei Drittel der Wertschöpfung im Export beruht noch dazu auf Importgütern.

    Seit 2005 gab es Privatisierungen im Wert von über 36 Mrd. Dollar (27,5 Mrd. Euro), viele Schlüsselsektoren von der Industrie bis zu Banken gingen an ausländische Investoren. Aber es fließt nicht nur Kapital ins Land, sondern auch spekulatives Geld für die Börse und Kredite an Unternehmen.

    Bauboom

    Auch strukturell ist die türkische Wirtschaft nicht im Gleichgewicht. Das Wachstum wird von der Bauwirtschaft getrieben, und vom Großraum Istanbul. Dort liegt die Wirtschaftsleistung pro Kopf fünf Mal höher als im armen Südosten. Die Industrie verliert hingegen international an Wettbewerbsfähigkeit. Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell knapp 10 Prozent, in Wahrheit sind es wohl 19 Prozent.



    http://www.format.at/articles/1311/9...erkei-der-boom
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  2. #62
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Türkei: Rapider Rückgang beim Wirtschaftswachstum 2012

    Deutsch Türkische Nachrichten | 02.04.13, 07:33
    Das türkische Wirtschaftswachstum ist 2012 um 6,6 Prozent gesunken. Die Wirtschafts-Konjunktur verlor damit erheblich an Schwung. Das Türkische Statistikamt (TÜIK) sagt, dass es enorme Ausfälle beim Außen- und Innenhandel gab.


    Das türkische Wirtschaftswachstum ist 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent auf 2,2 Prozent zurückgegangen. Ausschlaggebend seien den Berichten des Türkischen Statistikamts (TÜIK) zufolge die schwache Binnen-Nachfrage und die Schulden-Krise in Europa gewesen. 2011 lag das türkische Wirtschaftswachstum in Höhe von 8,8 Prozent weltweit noch – nach China mit 9,4 Prozent – auf Platz 2.
    Offenbar haben sich die Nachfrage-Ausfälle der Privat-Haushalte der Europäer nach Waren, auch auf türkische Export-Unternehmen ausgewirkt. Denn der prozentuale Anteil des Handels am Wachstum 2012 betrug nur 0,1 Prozent.
    Niedrigste quartals-abhängige Wachstumrate seit 2009

    Im vierten Quartal 2012 hatte das Land eine Wachstumsrate des Brutto-Inlands-Produkts (BIP) in Höhe von 1,4 Prozent vorzuweisen. Doch die durchschnittliche Erwartung für das vierte Quartal lag zu Beginn des Jahres noch bei 2,7 Prozent. Das Ergebnis ist als niedrigste quartals-abhängige Wachstumrate seit 2009 einzustufen. Eine weitere Talfahrt ist aufgrund des Ansteigens der Überschuldung türkischer Privat-Haushalte sehr wahrscheinlich. Zuversicht hinsichtlich der türkischen Wirtschaft tönt hingegen aus den USA. Der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Nouriel Roubini, ist der Ansicht, dass die Türkei sich sowohl wirtschaftlich, als auch politisch auf einem sehr guten Weg befinde (mehr hier).

    http://www.deutsch-tuerkische-nachri...wachstum-2012/
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  3. #63
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Das was ich schon in den vorangegangenen Beiträgen schrieb, ist nun eingetreten

    Das türkische Wirtschaftswachstum ist 2012 um 6,6 Prozent gesunken. Die Konjunktur lahmt, weil die türkischen Haushalte in den vergangenen Jahren offenbar mit Schulden-Machen über ihre Verhältnisse gelebt haben.

    Offenbar haben sich die Nachfrage-Ausfälle der Privat-Haushalte der Europäer nach Waren, auch auf türkische Export-Unternehmen ausgewirkt. Denn der prozentuale Anteil des Handels am Wachstum 2012 betrug nur 0,1 Prozent.
    Eine rasche Trendwende ist wegen der Überschuldung der türkischen Privat-Haushalte nicht zu erwarten. Die jungen Türken sind offenbar mit verschiedenen Lockangeboten wie Null-Zins-Darlehen und Ähnlichem bereits massiv in die Schuldenfalle gelockt worden – zwei Millionen türkische Jugendliche müssen mit der Zwangsvollstreckung rechnen. Die gigantischen Wachstumsraten der vergangenen Jahre sind offenkundig auf diese lockere Geldpolitik zurückzuführen.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrich...-bei-wachstum/
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  4. #64


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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Warum glaubst Du dass mann nun so auf den dummen Deutschen rumhackt??? Es muß doch noch ein bisschen Geld rauszuholen sein aus diesen sogenannten NSU-Morden; die mann dann dem Staate zugute kommen lassen kann. Wenn sonst schon nichts mehr geht.

  5. #65
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    In einem Beitrag für die türkische Zeitung Hürriyet stellte der türkische Ökonom und Wirtschaftsjournalist Mustafa Sönmez die Frage, wo die Türkei in Bezug auf ihre Wirtschaft nach zehn Jahren AKP-Politik wirklich stehe. Er erklärte, dass das Wirtschaftswachstum der Türkei Schwachstellen habe.

    Er verglich in dem Bericht die türkische Wirtschaft mit einem von Osteoporose befallenen Knochen, dem der Schaden von außen nicht anzusehen ist, der aber im Inneren immer brüchiger wird. Die Importe liegen deutlich über den Exporten, was zu einem riesigen Leistungsbilanzdefizit geführt hat.

    Große Schwächen sieht Sönmez vor allem im internationalen Wettbewerb. Zur "Therapie" empfiehlt der Experte, die einheimische Produktion zu stärken und die Defizite unter der "glanzvollen Fassade" zu bekämpfen, da sonst eventuell Politik, Diplomatie und soziales Gefüge des Landes geschädigt würden.


    http://www.shortnews.de/id/1019497/t...knochenschwund
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  6. #66
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Gefahr der Stagnation: Rückgang bei türkischer Industrieproduktion

    Deutsch Türkische Nachrichten | Veröffentlicht: 08.05.13, 12:39
    Die Industrieproduktion in der Türkei ist zurückgegangen. In Verbindung mit dem aktuellen derzeitigen Handelsbilanz-Defizit, läuft die Türkei Gefahr ihren positiven Wirtschaftstrend der vergangenen Jahre zu verlieren. Doch die türkische Regierung hat einen Aktionsplan. Ausländische Investitionen und der Ausbau der Rüstungsindustrie sollen Abhilfe verschaffen.
    Das Türkische Statistikamt (TÜIK) berichtet, dass die Industrieproduktion in der Türkei im März 2013 im Vergleich zum Vormonat Februar um 0,9 Prozent zurückgegangen sei.
    Im Vergleich zum Vorjahresmonat konnte im März ein prozentualer Anstieg der Industrieproduktion in Höhe von 1,4 verzeichnet werden. Noch 2012 berichtete TÜIK, dass die Industrieproduktion über das ganze Jahr um 2,3% gestiegen sei. 2011 verzeichnete sie einen enormen Anstieg von 9,2 Prozent.
    Der Anteil der Industrie an der türkischen Wirtschaft beträgt 28,1 Prozent. Auf die Agrarwirtschaft fallen 8,9 Prozent. Der Dienstleistungssektor hat mit 63 Prozent den größten Anteil an der Wirtschaft. Das geht aus den Daten des CIA World Factbook hervor.
    Ausbau der Rüstungsindustrie

    Die türkische Regierung versucht im Rahmen eines nationalen Programms, ihre Industrieproduktion zu steigern, um einer Stagnation vorzubeugen. Dabei legt sie ihr Augenmerk unter anderem auf die Erweiterung der Rüstungsindustrie.
    So hat der türkische Waffenproduzent „Sarsılmaz Silah Sanayi“ in den vergangenen Tagen, der Öffentlichkeit ein neuentwickeltes türkisches Infanteriegewehr vorgestellt. Es trägt den Namen SAR 223 (mehr hier).
    Der Vorsitzende des 133-jährigen Unternehmens, Latif Aral Aliş, sagte, dass die Zielgruppen sich primär in ausländischen Absatzmärkten befinden. Im ersten Jahr rechne das Unternehmen mit Einnahmen zwischen 30 Millionen bis 50 Millionen US-Dollar.
    In der Rentabilitätsvorschau rechnet „Sarsılmaz Silah Sanayi“ im dritten Jahr mit der Überschreitung der 100 Millionen-Dollar-Marke. Im März 2013 sagte Aral Aliş, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Doğan, dass schon bis zum Jahre 2023 das jährliche Exportvolumen der türkischen Waffenindustrie 25 Milliarden Dollar betragen könnte.
    Doch der Türkei bereitet nicht nur der Rückgang der Industrieproduktion Sorgen. Auch das aktuelle Handelsbilanz-Defizit droht auszuufern. Deshalb versucht Ankara im Rahmen der Importsubstitution, insbesondere ausländische Investitionen in den Bereichen der Infrastruktur, der Energiebranche und der Versicherungsbranche zu fördern. Die türkische Regierung verspricht sich von diesem Branchen nachhaltige positive Effekte (mehr hier).


    http://www.deutsch-tuerkische-nachri...rieproduktion/

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  7. #67


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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Deshalb predigen unsere Politiker doch schon bald gebetsmühlenatzig, Dass dieses Land unbedingt in die EU muss.
    Denn wenn die den Bach runter geh´n, ( was auch passieren wird; haben SIe nicht die Möglichkeit auf solche Hilfszahlungen die Ihre beiden westlichen Nachbarn.

  8. #68
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Türkei: Wirtschaftswunder auf Pump

    Rainer Sommer 07.06.2013
    Die Wirtschaft gilt zwar noch als großer Pluspunkt der Regierung Erdogan, doch würde sie sich schnell als höchst instabiles Kartenhaus erweisen, sollte das Ausland die Finanzierungen einstellen

    Während große Teile der türkischen Bevölkerung die Gesellschaftspolitik ihrer AKP-Regierung offenbar nicht mehr ertragen können, gilt die Wirtschaftspolitik nach wie vor als ihre große Stärke. So erzielte das Land nach einem schweren Bankencrash am Ende des vergangenen Jahrhunderts jahrelang hohe bis sehr hohe Wachstumsraten, wobei 2009 und 2010 sogar annähernd zweistellige Wachstumsraten erzielt wurden und erst im Vorjahr ein deutlicher Rückgang erfolgt ist.


    Dementsprechend hatte der türkische Leitindex ISE 30 seit Mai 2009 mehr als 270 % zugelegt, während die Ratingagentur Moody's der Türkei erst Mitte Mai die Investmentnote "Investment Grade" verliehen hat, vorerst allerdings nur die niedrigste Stufe Baa3.
    Jeffrey Sachs als Kontraindikator
    Wenn aber der berüchtigte neoliberale Ökonom Jeffrey Sachs die türkische Wirtschaftspolitik als globales Vorbildpräsentiert, ist es für gewöhnlich nicht weit bis zur nächsten Katastrophe, was wohl einen näheren Blick auf das angebliche Wirtschaftswunder rechtfertigt.
    2011 lag das Sozialprodukt pro Kopf bei 10,524 US-Dollar, was nicht einmal ein Viertel des deutschen Vergleichswertes ausmacht und die imposanten Wachstumsraten doch ein wenig relativiert. Dazu kommt, dass die erwerbsfähige Bevölkerung alljährlich um rund drei Prozent ansteigt, was vielleicht teilweise erklärt, warum die Türkei mit rund 30 Prozent eine der weltweit niedrigsten Frauenerwerbsquoten hat.
    Allein weil Frauen den Männern den Vortritt lassen wollen oder müssen, dürfte das freilich nicht liegen, immerhin lag 2011 und 2012 das Beschäftigungswachstum im Schnitt bei 6,2 Prozent, was die Krisenarbeitslosigkeit von 14 auf 9 Prozent reduziert hatte. Allerdings war gleichzeitig auch die Inflationsrate von vier Prozent im März 2011 bis April 2012 auf elf Prozent angestiegen, was die Notenbank letztendlich zu einer Straffung der Geldpolitik veranlasst hatte. Da daraufhin die Konjunktur drastisch eingebrochen war und sich das Wachstum auf 2,5 Prozent reduziert hatte, setzt die Notenbank aber bereits wieder auf Expansion, wodurch sich die Lage mittelfristig erheblich zuspitzen dürfte.
    Verschuldung der privaten Haushalte in zehn Jahren verdoppelt
    Denn offenbar liegt dem türkischen Wirtschaftswunder das gleiche Phänomen zugrunde, wie den Vor-Krisen-Booms in Südeuropa, Irlands oder der USA: eine enorme Aufschuldung des privaten Sektors, der in den Boomzeiten sein Kreditvolumen alljährlich um 30 bis 40 Prozent ausgedehnt hatte.
    Laut IWF waren weniger die Unternehmen für Kreditexpansion verantwortlich als die privaten Haushalte, die internationalen Vorbildern folgend offenbar Konsum und Immobilien zunehmend auf Kredit finanziert hatten. Das spiegelt sich auch in einer für einen "Emerging Market" ungewöhnlich niedrigen Sparquote wider, die von rund 25 Prozent des BIP im Jahr 1999 auf zuletzt weniger als 15 Prozent zurückgegangen ist. Die Verschuldung der privaten Haushalte hat sich in den vergangenen zehn Jahren hingegen auf rund die Hälfte der verfügbaren Einkommen verdoppelt.

    Laut IWF könnte mit den Ersparnissen zudem nur knapp die Hälfte der Investitionen finanziert werden, die erforderlich wären, um das Potential der wachsenden Bevölkerung auszuschöpfen. Allerdings reicht es nicht einmal für die deutlich niedrigeren effektiven Investitionen, die folglich vom Ausland finanziert werden müssen.
    Externer Finanzierungsbedarf der Türkei bei 25 Prozent des BIP
    Daraus ergibt sich eine Abhängigkeit vom Ausland, die vielleicht mit jener der so genannten Tiger-Staaten in den 1990er Jahren vergleichbar ist, die dank üppiger Zuflüsse ausländischer Gelder jahrelang über ihren Verhältnissen leben konnten, bis sie 1997 durch den "Asien-Crash" brutal zur Kasse gebeten wurden.
    Makroökonomisch drückt sich das im Leistungsbilanzdefizit aus (der Differenz zwischen den ans Ausland gelieferten und den aus dem Ausland bezogenen Güter und Dienstleistungen), das vor der Krise rund sechs Prozent des BIP betragen hatte und 2011 sogar auf zehn Prozent angestiegen war, bevor es wieder auf 7,5 Prozent zurückging. Damit dürfte die Türkei der Übergangsstaat mit der weltweit ungünstigsten Außenbilanz sein, wobei darin noch gar nicht eingerechnet ist, dass ein gewichtiger Teil der Exporte aus Gold-Lieferungen an den Iran besteht, die kaum als "Wirtschaftsleistung" der Türkei bezeichnet werden können.
    So liegt der externe Finanzierungsbedarf der Türkei laut Währungsfonds mittlerweile bei rund 25 Prozent des BIP, woraus rund 140 Milliarden Dollar an kurzfristigen Auslandsschulden resultieren. Dementsprechend war der Einbruch der Türkei durch den internationalen Finanzcrash mit knapp fünf Prozent besonders hart. Allerdings gehen rund 40 Prozent der ausländischen Gelder regelmäßig nicht in Zins tragende Anlagen, sondern fließen als Direktinvestitionen oder für Immobilienkäufe.
    Bankensektor ohne Vorsorgen
    Dennoch gilt der Bankensektor als große Stärke der Türkei, der bei einem "Leverage" (Verhältnis des Eigenkapitals zum Bilanzvolumen) von rund acht durchaus solide wirkt und mit einem Gewinn von rund 16 Prozent des eingesetzten Kapitals (RoI) sehr profitabel erscheint.
    Der IWF hebt als besonders lobenswert die niedrige Quote an faulen Krediten von 2,8 Prozent hervor, die zu 70 Prozent wertberichtigt wurde. Allerdings prägen mittlerweile offensichtliche Investitionsruinen und Immobilienblasen das Landschaftsbild, während der IWF an anderer Stelle betont, dass die Behörden verlässlichere Wege finden sollten, die dahingehenden Angaben der Banken zu kontrollieren. Denn so wie die Banken aktuell ihre kurzfristigen Auslandskredite problemlos prolongieren können, scheinen die Banken dies auch ihren inländischen Kunden zu gestatten.
    Durch eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage könnte diese Quote aber wohl durchaus auf die in Krisenländern oder in Südosteuropa üblichen Quoten von zehn bis dreißig Prozent ansteigen, wofür dann kaum Vorsorgen zur Verfügung stünden. Das könnte auch geschehen, sollten die Banken ihre einfachen Auslandsfinanzierungen verlieren und deshalb fällige Inlandsforderungen nicht prolongieren – was bei einer Eskalation der politischen Lage ja nicht ganz unvorstellbar wäre.
    So haben die Unruhen zu einer Verkaufswelle an der Börse in Istanbul und auf den Devisenmärkten geführt, wobei Akten zeitweise mit acht Prozent im Minus standen, die Lira auf ein 16-Monats-Tief abstürzte und die Zinsen für Staatsanleihen kräftig anstiegen. Immerhin sprudelten dank hoher Wachstumsraten wenigstens bislang die Steuereinnahmen, weshalb der Staat nur mit 36 Prozent der Wirtschaftsleistung verschuldet ist. Da eine übermäßige private Kreditexpansion aber regelmäßig auf den Staat zurückschlägt, könnte die Türkei dieses Kreditpotential schon bald ausschöpfen müssen.
    http://www.heise.de/tp/artikel/39/39276/1.html
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  9. #69
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Auch wenn der Wirtschaftsboom der Türkei vorbei ist, so soll der Wirtschaftswachstum, nach der Wirtschaftsflaute letzten Jahres, derzeit mit 3,6 Prozent über dem Weltdurchschnitt liegen. Jedoch droht auch der türkischen Wirtschaft demnächst die Talfahrt, denn auch hier schwächelt die Wirtschaft.

    Zuvor war die Weltbank für das aktuelle Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent ausgegangen. Im nächsten Jahr soll die Wirtschaft der Türkei jedoch erneut um 4,5 Prozent wachsen, so die Weltbank-Studie "Global Economic Prospects".

    Der Wirtschaftsjournalist Mustafa Sönmez sieht den Schwachpunkt im Handelsbilanzdefizit des Landes. So ist die Türkei auf Importe angewiesen, was dazu führt, dass die Importe weiterhin höher sind als die Ausfuhren. Ein weiterer Schwachpunkt ist der dürftige Bildungsstand der Arbeitskräfte.


    http://www.shortnews.de/id/1032643/t...hende-talfahrt
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  10. #70
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    AW: Artikel: Das türkische "Wirtschaftswunder" endet im Elend

    Zitat Zitat von Realist59 Beitrag anzeigen
    Auch wenn der Wirtschaftsboom der Türkei vorbei ist, so soll der Wirtschaftswachstum, nach der Wirtschaftsflaute letzten Jahres, derzeit mit 3,6 Prozent über dem Weltdurchschnitt liegen. Jedoch droht auch der türkischen Wirtschaft demnächst die Talfahrt, denn auch hier schwächelt die Wirtschaft.

    Zuvor war die Weltbank für das aktuelle Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent ausgegangen. Im nächsten Jahr soll die Wirtschaft der Türkei jedoch erneut um 4,5 Prozent wachsen, so die Weltbank-Studie "Global Economic Prospects".

    Der Wirtschaftsjournalist Mustafa Sönmez sieht den Schwachpunkt im Handelsbilanzdefizit des Landes. So ist die Türkei auf Importe angewiesen, was dazu führt, dass die Importe weiterhin höher sind als die Ausfuhren. Ein weiterer Schwachpunkt ist der dürftige Bildungsstand der Arbeitskräfte.



    http://www.shortnews.de/id/1032643/t...hende-talfahrt
    Mich würde auch der Bezugspunkt des Wachstums interessieren. Von welchem Ursprungswert geht man aus, von dem aus man den Wachstumszuwachs in Prozenten bemißt? Wenn der nämlich niedrig ist, fällt jedes Wachstum ungeheuer hoch aus, ohne daß die Wirtschaftsleistung auch hoch ist.

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