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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Guttenberg (CSU) sagte der Zeitung: „Jede Provokation hat ihre Grenzen.“ Diese Grenze habe der Banker mit dieser ebenso missverständlichen wie unpassenden Äußerung eindeutig überschritten.
    Der Zentralrat der Juden wirft Sarrazin Rassismus und das Schüren von Hass vor. Der SPD-Politiker stütze sich mit seinen Behauptungen auf die Rassentheorien der Nationalsozialisten, sagte der Vizepräsident des Zentralrats, Dieter Graumann. Michel Friedman, früher Vizepräsident des Zentralrats, schrieb in der „Bild am Sonntag“: „Es reicht! Es kann keine Toleranz mehr für diese Intoleranz geben.“
    Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, sagte WELT ONLINE: „Die Parteiführung muss Sarrazin auffordern, endlich aus der SPD auszutreten. Er hat den Boden unseres Parteiprogramms verlassen.“ „Eine Religionszugehörigkeit hat mit Genen nichts zu tun. Sarrazin hat damit Muslime und insbesondere Juden in geschichtsvergessener Weise diskriminiert.“
    Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz, fordert von Sarrazin den Rücktritt als Bundesbank-Vorstand und den Austritt aus der Partei. „Herr Sarrazin schadet dem Ansehen der SPD, der Bundesbank und Deutschlands. Sarrazin grenze mit seinen Stammtischparolen Migrantengruppen bewusst aus und mache sie verächtlich. „Sarrazins Äußerungen über die Gene von Juden sind nichts anderes als Rassismus. Das sind Grenzüberschreitungen, die man in der Bundesrepublik nicht tolerieren kann“, sagte Wiefelspütz. Der Banker liefere mit „seinen schlimmen Thesen über Migranten, Muslime und Juden den Ewiggestrigen und Neonazis Material“.
    SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kündigte an, dass sich das Parteipräsidium mit dem Thema auseinandersetzen werde. „Sarrazins genetische Definition der Juden ist absolut inakzeptabel.“ Quelle: Die Welt

    Welt Online hat die Kommentarfunktion dieses Artikels (wegen unliebsamer Meinungen) geschlossen.
    Wuhaahah, und das alles wegen dieser moderaten Zusammenfassung von Tatsachen und harmlosen Ansichten die selbst bei moderaten Leuten verbreitet sind. Diese Politiker müssen alle weg, sehr gut das es diesen Thread gibt, ich will das später meinen Kindern zeigen oder in Geschichtsbücher schreiben lassen.

  2. #22
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Zitat Zitat von Rechter Europäer Beitrag anzeigen
    [...]
    Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises in der SPD, Johannes Kahrs, sagte WELT ONLINE: „Die Parteiführung muss Sarrazin auffordern, endlich aus der SPD auszutreten. Er hat den Boden unseres Parteiprogramms verlassen.“ „Eine Religionszugehörigkeit hat mit Genen nichts zu tun. Sarrazin hat damit Muslime und insbesondere Juden in geschichtsvergessener Weise diskriminiert.“

    Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dieter Wiefelspütz [... :]

    „Sarrazins Äußerungen über die Gene von Juden sind nichts anderes als Rassismus. Das sind Grenzüberschreitungen, die man in der Bundesrepublik nicht tolerieren kann“, sagte Wiefelspütz. Der Banker liefere mit „seinen schlimmen Thesen über Migranten, Muslime und Juden den Ewiggestrigen und Neonazis Material“.

    SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles kündigte an, dass sich das Parteipräsidium mit dem Thema auseinandersetzen werde. „Sarrazins genetische Definition der Juden ist absolut inakzeptabel.“ Quelle: Die Welt [...]

    Sind Sie Jude?

    Haben Sie jüdische Wurzeln? Gehören Sie zu den Aschkenasen? Sind Sie ein Levi oder ein Cohen?

    Es gibt bestimmte genetische Merkmale, die auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Mit einem DNA-Test von iGENEA kann Ihr DNA-Profil auf diese Merkmale hin untersucht werden.

    Träger derselben oder ähnlicher genetischer Merkmale werden in Haplogruppen zusammengefasst. Die Zugehörigkeit zu bestimmten Haplogruppen kann auf eine jüdische Herkunft hinweisen. Ausserdem wird ein bestimmtes DNA-Profil "Cohen Modal-Haplotyp" genannt, weil es vermehrt in der jüdischen Untergruppe der Cohanim vorkommt. Dieser Haplotyp weist deutlich auf eine jüdische Herkunft innerhalb der väterlichen Linie hin.

    Auch wenn Sie keine typisch jüdische Haplogruppe haben, können Sie trotzdem jüdische Wurzeln haben. Durch den Vergleich Ihres DNA-Profils mit allen anderen Profilen in unserer Datenbank (über 240'000), finden Sie Personen, die mit Ihnen genetisch übereinstimmen ("genetische Vettern"). Wenn viele Ihrer genetischen Vettern Juden sind, dann haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch jüdische Wurzeln.


    Ist das Judentum mehr als eine Religion? Gibt es ein jüdisches Gen?

    Nach halachischem Recht ist jüdisch, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judentum konvertiert ist. Die enge Verbindung von Kultur, Tradition, Religion und Volkszugehörigkeit zeichnet das Judentum im Besonderen aus. Es entwickelte sich über die Jahrhunderte eine gewisse genetische Homogenität, die durch einen DNA-Test sichtbar wird.

    Der DNA-Test ist ab € 99.- erhältlich: Tests & Preise.

    [...]

    B E G R I F F E

    Haplogruppen repräsentieren die verschiedenen Stämme des Homo sapiens und zeigen den Ursprung und die Wanderungen unserer Vorfahren.

    Aschkenasim (deutsch Aschkenasen) ist die Selbstbenennung der West- und Ostjuden, die eine gemeinsame religiöse Tradition und Kultur verbindet.

    Die Levi, genannt nach ihrem Stammvater, sind einer der zwölf Stämme Israels, die von den Söhnen Jakobs abstammen.

    Cohen ist der biblische Name der Priesterkaste im Judentum.

    ***

    Entdeckt bei kewil

  3. #23
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Sarrazin wählt eine Form, die Diskriminierung mit einschließt und einen positiven Dialog von vorn herein nicht zulässt“, sagte Poß den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe vom Montag. „Dadurch wird die Stimmung aufgeputscht.
    ... habe Sarrazin „Freude an der allgemeinen Aufregung“, sagte Müller. Er sehe aber nicht das ernsthafte Bemühen, ein Problem zu lösen. Es werde jetzt dringlicher, ernsthaft ein neues Parteiordnungsverfahren zu prüfen. „Und das werden wir jetzt machen. Dauerhaft kann es eine Partei nicht mittragen, wenn ein Mitglied ständig gegen ihre Grundwerte verstößtQuelle: Locus

  4. #24
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    „Nun haben wir es schwarz auf weiß: Sarrazins Positionen sind diffamierend und gefährlich populistisch“, teilte die Partei-Arbeitsgemeinschaft Migration am Montag in Berlin mit.
    Linksfraktionschef Udo Wolf nannte Sarrazins Äußerungen unerträglich, rechtspopulistisch und an Volksverhetzung grenzend. „Der Ex-Senator beurteilt Menschen lediglich nach der Verwertbarkeit für sein persönliches Wohlbefinden.“ Nochmal Locus.

    Ergänzung um weitere Mehrfachbeiträge zu verhindern:
    erneut heftige Kritik laut. Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte Sarrazins Verhalten im Sommerinterview der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" "vollkommen inakzeptabel" und legte der Bundesbank Konsequenzen nahe. MERKEL MUSS WEG!
    Außenminister Guido Westerwelle sagte der "Bild am Sonntag", "Wortmeldungen, die Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskussion nichts zu suchen".
    Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, warf Sarrazin einen "Rückgriff auf Elemente der Rassehygiene der Nazi-Zeit" vor.
    Graumann, der im November Nachfolger von Charlotte Knobloch an der Spitze des Zentralrats der Juden in Deutschland werden soll, warf Sarrazin vor, bei der Integration von Minderheiten Brücken abzureißen sowie Menschen zu verletzen und zu verunglimpfen.
    Bundesbank: Ansichten Sarrazins sind seine Privatsache
    (Quelle: Tagesschau)

    Prof. Dr. Klaus-Dieter Altmeppen, Kommunikationswissenschaftler der Katholischen Uni Eichstätt, erklärt, was in der öffentlichen Diskussion geschieht: „Sarrazin vergiftet den Brunnen, aus dem wir alle trinken.“ „Er spielt mit Parolen wie ,Das Boot ist voll’, und bedient damit den Rechtspopulismus.“ Berlinonline

  5. #25
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Eine interessante Auswahl unter allen Thesen Sarrazins wird in England verbreitet. Die Widerlegung der angeblichen Diffamierungskomponente dieser Behauptung gab es bereits in diesem thread.

    'Alle Juden haben ein bestimmtes Gen gemein': Deutscher Banker ruft mit 'dummen' Kommentaren Empörung hervor.'

    DailyMail: 'All Jews share a certain gene': German banker sparks outrage with 'stupid' comments

    A leading member of Germany’s central bank has caused outrage by claiming that Jews are identified by a particular gene.

    Thilo Sarrazin, a board member of the Bundesbank in Frankfurt, claimed in a newspaper interview: ‘All Jews share a certain gene. Basques (Spanish separatists) have particular genes, that distinguishes them from others.’

    German’s Jewish community today reacted with horror and accused him of anti-Semitism and attempted racial profiling.

    ‘Whoever tries to define Jews by their genetic make up succumbs to racism,’ said Stephan Kramer, secretary of the Central Council of Jews in Germany.

    Germany’s deputy Chancellor Guido Westerwelle accused the banker of stoking up hatred.

    ‘Remarks that feed racism or even anti-Semitism have no place in our political discourse,’
    he said.

    Another member of the German cabinet, defence minister Karl-Theodor zu Guttenberg, said Sarrazin had ‘overstepped the borders of provocation’.

    German Chancellor Angel Merkel tonight condemned Sarrazin for making ‘stupid and pointless’ statements.

    However, she conceded that improvements needed to be made to education standards of immigrant communities.

    ‘The key is mastering the German language. If we promoted and demanded that, then those coming to live in Germany would have great opportunities and they would enrich our lives,’ she said.

    Sarrazin gave an interview to the respected Welt am Sonntag Sunday newspaper to promote his book entitled ‘Deutschland schafft sich ab’, which can be translated as ‘Germany does away with itself’

    In the book he claims the country is on the road to ruin because of the influx of immigrants from the Middle East which would overwhelm the indigenous population and create a nation of ‘dunces’.

    In particular he singles out Muslims for failing to integrate and having low IQs.

    This influx, he claims, has been going on virtually since the war while the birthrate of native Germans has been steadily falling.

    He asserts the result has been a ‘dramatic fall’ in literacy and numeracy. ‘Germany is becoming more stupid,’ he said.

    ‘Muslims immigrants don’t integrate as well as other immigrant groups across Europe. The reasons for this are apparently not based on their ethnicity, but are rooted in their culture of Islam,’ he told Welt am Sonntag.

    Germany has strict laws which ban inciting racial hatred. These include denying the Holocaust, using the Heil Hitler salute and displaying a Swastika.

    Making anti-Semitic remarks is also an offence but Sarrazin’s comments - while distasteful - are unlikely to lead to a prosecution.

    Last year Sarrazin was forced to apologise for accusing benefit claimants of not caring about their children’s educations and ‘producing new little headscarf-clad girls’.

    A leading member of Germany’s Turkish community Kenan Kolat has called on
    the Bundesbank to sack Sarrazin.

    The bank has already ‘curtailed’ his duties for his previous extremist remarks.

    Sarrazin has accused his critics of a knee jerk reaction to his views. ‘I am not a racist,’ he said.

    The banker argues he is making public facts the government would rather keep quiet about.

    ‘I am addressing cultural differences not ethnic ones,’ he claims.

    And he singled out Britain as an example of success in racial integration.

    ‘The reason is not ethnic but lies probably in the culture of Islam. One should compare (Germany) to the successful integration of Pakistanis and Indians in Great Britain,’ he said.

  6. #26
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Der Westen: Migration : Merkel empört über Sarrazins Juden-Zitat

    Politik, 29.08.2010, Daniel Freudenreich

    Berlin. Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin gerät wegen seiner Äußerung, alle Juden teilten ein bestimmtes Gen, immer mehr unter Druck. Bundeskanzlerin Merkel nannte die Worte „vollkommen inakzeptabel“.

    Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin gerät jetzt auch wegen Äußerungen über .Ju.den unter Druck. Der wegen seiner Haltung zu Muslimen umstrittene Berliner Ex-Senator hatte in der „Welt am Sonntag“ erklärt: „Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen, Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden.“ Sarrazin ist SPD-Mitglied.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte die Worte „vollkommen inakzeptabel“.

    Sarrazins Äußerungen seien „ausgrenzend“ und machten „ganze Gruppen verächtlich“, sagte Merkel in der ARD. Sarrazin erschwere so die Auseinandersetzung mit dem Thema Integration. „Die Art und Weise, wie hier geredet wird, spaltet die Gesellschaft“, sagte Merkel. Sie legte der Bundesbank Konsequenzen nahe. Das Finanzinstitut sei „für unser ganzes Land ein Aushängeschild“.

    Auch Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zeigte sich empört: „Wortmeldungen, die Rassismus oder gar Antisemitismus Vorschub leisten, haben in der politischen Diskussion nichts zu suchen.“

    Der amtierende SPD-Fraktionschef Joachim Poß sagte unserer Zeitung: „Wir brauchen eine sachliche und produktive Diskussion zum Zusammenleben mit Migranten. Sarrazin wählt eine Form, die Diskriminierung mit einschließt und einen positiven Dialog von vornherein nicht zulässt. Dadurch wird die Stimmung aufgeputscht. Er wäre folgerichtig, wenn Sarrazin sein Parteibuch zurückgeben würde.“ Die SPD-Spitze will sich am heutigen Montag mit dem Fall Sarrazin beschäftigen.

    Empört reagierte auch .Grünen-Chefin Claudia Roth, „Seine Äußerungen über Juden und Muslime erfüllen den Tatbestand der menschenverachtenden, rassistischen Hetze und sind ein bodenloser Skandal“, sagte sie dieser .Zeitung. „Es ist unerklärlich, wie lange sich die Bundesbank schon von Thilo Sarrazin auf der Nase herumtanzen lässt“, so Roth.

    Konsequenzen forderte der ehemalige Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Michel Friedman: „Es kann keine Toleranz mehr für diese Intoleranz geben. Wir brauchen Brückenbauer und keine Hassprediger, schon gar nicht im Vorstand der Deutschen Bundesbank.“

  7. #27
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    SPD-Vize Kraft

    spiegel.de: "Sarrazin polemisiert auf unerträgliche Art"

    [...]

    SPIEGEL ONLINE: Zurück zu Ihrer Partei. Da sorgt derzeit Thilo Sarrazin für Entsetzen. Sollte er aus der SPD ausgeschlossen werden?

    Kraft: Wer Menschen so pauschal in Schubladen steckt wie Herr Sarrazin, passt nicht in die SPD. Er sollte gehen.

    SPIEGEL ONLINE: Sind seine Integrationsthesen parteischädigend?

    Kraft: In der SPD gehören seit jeher Werte wie Toleranz und Solidarität mit Minderheiten zum Grundkonsens der Partei. Herr Sarrazin bietet ja auch keine Lösungen bei unzweifelhaft bestehenden Migrationsproblemen, die keiner unter den Teppich kehrt, sondern er polemisiert lediglich auf unerträgliche Art, wohl um sein Buch besser zu verkaufen.

    [...]

    Das Interview führten Florian Gathmann und Veit Medick

  8. #28
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Thilo Sarrazin, der Eugeniker

    TAZ: Die Gene sind schuld

    Thilo Sarrazin vermischt in seinem neuen Buch über den angeblichen Untergang der Deutschen Halbwahrheiten mit Unsinn – und das in einem schrillen Tonfall.


    VON ULRIKE HERRMANN & ALKE WIERTH

    Thilo Sarrazin hat ein Buch mit 465 Seiten, 538 Fußnoten, 33 Tabellen und 10 Schaubildern verfasst. Der Titel ist zwar denkbar reißerisch und lautet "Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen", trotzdem ist dem Autor sehr daran gelegen, dass es ein wissenschaftliches Werk sein soll. "Ich stütze mich in meinen Ausführungen auf empirische Erhebungen", betont der Bundesbanker, Sozialdemokrat und einstige Berliner Finanzsenator.

    Diese "empirischen Erhebungen" erscheinen am heutigen Montag, und selten hat ein Buch im Vorfeld derartige Diskussionen ausgelöst. Denn Sarrazin argumentiert dezidiert biologistisch. Für ihn ist die Unterschicht nicht sozial benachteiligt, sondern genetisch bedingt dümmer als die Oberschicht. Es handle sich um eine "negative Auslese".

    Überhaupt schreibt Sarrazin sehr gern über "Selektion". Seine Formulierungen und "Analysen" erinnern nicht nur an die Eugenik - sie sind Eugenik.


    Nichts als Vorurteile

    Sarrazin selbst glaubt, dass er ein Tabu bricht, wenn er formuliert, "dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zu Welt bringen". Doch ist dies kein Tabu - sondern wissenschaftlich unhaltbar.

    Das beginnt bereits bei der Statistik. So ist Sarrazin überzeugt, "dass der Anteil der kinderlosen Universitätsabsolventinnen die 40-Prozent-Marke übersteigt". Sein Beleg: ein Wochenbericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Doch wer die angegebene Literatur studiert, erlebt eine Überraschung. Denn das DIW kann bei Akademikerinnen nur eine Kinderlosigkeit von 23 Prozent entdecken.

    Noch grotesker ist Sarrazins Interpretation der Genetik. Er stellt sich die menschliche Intelligenz wie die Farbe einer Erbse vor, die strikt nach den Mendelschen Gesetzen vererbt wird.

    Zwar hat er schon gehört, dass die Umwelt nicht zu vernachlässigen ist. Aber ihm reicht es zu konstatieren, dass Intelligenz "zu 50 bis 80 Prozent erblich" sei, um den Deutschen zu empfehlen, an ihrer genetischen Substanz zu arbeiten, um die Massenverblödung zu verhindern.

    Sarrazin geht nicht so weit, dass er der Unterschicht gänzlich verbieten möchte, Kinder zu bekommen. Stattdessen will er gegensteuern, indem auch die Akademikerinnen fruchtbarer werden. Programmatisch heißt ein Kapitel: "Mehr Kinder von den Klugen, bevor es zu spät ist."

    Dies war genau das Programm der Eugenik, die im 19. Jahrhundert von Francis Galton erfunden wurde. Auf ihn beruft sich Sarrazin explizit - allerdings ohne das Wort Eugenik zu verwenden. Sehr zielgenau verwendet er jedoch den Begriff "dysgenisch", der ohne den Kontext der Eugenik gar nicht zu verstehen ist und der 1915 erfunden wurde, um "negative Selektionsprozesse" bei einer menschlichen Population zu beschreiben.

    Dieser Rückgriff auf Theoretiker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zieht sich durch das gesamte Buch. Sarrazin ignoriert konsequent sämtliche modernen Erkenntnisse zur Intelligenz- und Genforschung. Denn dann hätte er zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich das Bild vom Gen stark gewandelt hat.

    Wie immer deutlicher wird, gibt es keine deterministische Verbindung zwischen den Genen und Eigenschaften wie Intelligenz. Inzwischen ist das gesamte menschliche Genom entschlüsselt. Doch ein "Intelligenz-Gen" wurde nicht entdeckt. Offenbar wirken zahllose Gene auf das Gehirn ein - und ob sie überhaupt aktiviert werden und wie sie miteinander agieren, hängt sehr wesentlich von den äußeren Anregungen ab.

    Jedenfalls zeigte sich in Adoptionsstudien, dass Unterschichtenkinder mühelos einen gymnasialreifen Intelligenzquotienten von 107 erreichen - wenn sie von bildungsbeflissenen Mittelschichtsfamilien aufgenommen werden.

    Obwohl Sarrazin die gesamte Unterschicht attackiert, sind es vor allem die "muslimischen Migranten", von denen er sich bedroht fühlt. Sie seien Schmarotzer, die "nicht den eigenen wirtschaftlichen Erfolg" anstreben, sondern "die Absicherung und Alimentierung durch den Sozialstaat".

    Dabei entgeht Sarrazin, wie viele Migranten sich bemühen, sich aus der Abhängigkeit von Sozialleistungen zu befreien, indem sie eigene kleine Betriebe gründen, die nur bei großem Arbeitseinsatz und äußerster Selbstausbeutung überhaupt Ertrag abwerfen. Für Sarrazin sind diese selbstständigen Existenzen jedoch keine Leistung, sondern "Ausdruck und Ergebnis des mangelhaften Bildungsaufstiegs" der Migranten - sie sind schlicht zu blöd für andere Jobs.

    An anderer Stelle lobt der Wirtschaftsfachmann jedoch, dass die Selbstständigenquote bei den Einheimischen immer noch höher sei als bei den Zuwanderern - sind die angestammten Deutschen also noch blöder?


    Alles wird zurechtgelegt

    Auch beim Thema Bildung sortiert er sich die Fakten passend. Für Sarrazin steht fest, dass nicht das deutsche Schulsystem, sondern nur die mangelnde Intelligenz der muslimischen Migranten zu den schlechten Pisa-Ergebnissen führt. Denn mit Finnland und Korea würden zwei Länder siegen, die zwar sehr verschiedene Schulsysteme, aber kaum Einwanderung hätten.

    Dazu will jedoch nicht passen, dass auch die Niederlande viele muslimische Zuwanderer haben - und auf Platz vier bei Pisa stehen.

    Auch Sarrazin, der mit einer Lehrerin verheiratet ist, sieht, dass an den deutschen Schulen manches zu verbessern wäre. Sein Ansatz klingt gar nicht schlecht: Schulen müssten "jeden Menschen befähigen, das ihm Gemäße - und damit das Beste - aus sich zu machen".

    Doch dann schränkt er ein: Es bringe eben nicht jeder die nötigen Voraussetzungen mit. "Die beste Schule macht ein dummes Kind nicht klug" - blöd bleibt blöd.

    Dass die muslimischen Migranten selbst schuld sein müssen, ist für Sarrazin schon deswegen belegt, weil Osteuropäer und Asiaten sich problemlos ins Bildungssystem integrierten. Also müsse es ihre "Mentalität" sein, die muslimische Migrantenkinder häufig an der Schule scheitern lasse.

    Zu dieser "kulturell bedingten" Mentalität gehöre, dass muslimische Jungen am liebsten unter sich blieben, Frauen jeden Respekt verweigerten und ihre Lehrer gern als "Hurensöhne" titulierten.

    Als Beweis zitiert Sarrazin den arabischstämmigen Berlin-Neuköllner Sozialarbeiter Fadi Saad: "Mit Kuschelpädagogik kommt man bei diesen abgebrühten Jungs nicht weiter", sagt Saad, selbst ehemaliges Gang-Mitglied. Gleichzeitig berichtet dieser noch, dass es in Schulen im Libanon üblich sei, saubere Fingernägel vorzuzeigen - und völlig undenkbar, den Lehrer als "Hurensohn" zu begrüßen.

    Offenbar gibt es doch keine Mentalität, die aus der Herkunftskultur importiert wird - sonst wäre das Verhalten der muslimischen Jugendlichen in Berlin und im Libanon ja nicht so unterschiedlich.

    Genauso seltsam ist Sarrazins Behauptung, dass ausgerechnet unter den Muslimen der kriminelle Nachwuchs von morgen heranwächst. Zwar weist die Berliner Kriminalitätsstatistik bei jugendlichen Intensivtätern eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Nichtdeutschen aus. Doch die von Sarrazin als so integriert gelobten Osteuropäer stehen dort an erster und die Vietnamesen an dritter Stelle.

    Auch Sarrazin muss einräumen, dass "95 Prozent" der etwa vier Millionen Muslime in Deutschland "friedliebend" seien. Doch das beruhigt sein Misstrauen keineswegs, denn diese "kulturell andersartige Minderheit" sei den aktuellen Strömungen des weltweiten Islam ausgesetzt - den Sarrazin umstandslos als islamistisch und tendenziell terroristisch beschreibt.

    Er ignoriert, dass der Islam bei den hier lebenden Muslimen kaum auf Interesse stößt: Noch nicht einmal 5 Prozent gehören einer hiesigen islamischen Organisation oder einem der Dachverbände an - die sich überdies längst von Terrorismus distanziert haben. Die überwältigende Mehrheit der Muslime will sich offenbar weder für den Neubau von Moscheen noch bei der Kopftuchfrage engagieren.


    Einseitig und falsch

    All das blendet Sarrazin aus. Zudem bezieht er sich sehr einseitig allein auf Texte aus der "Multikulti ist gescheitert"-Schule. Fachleute mit anderen Ansätzen wie etwa den Migrationsforscher Klaus Bade, die Professorin für interkulturelle Pädagogik Yasemin Karakasoglu oder den Islamexperten Werner Schiffauer bemüht er nicht.

    Stattdessen zitiert er viel und gerne Necla Kelek, die als scharfe Islamkritikerin bekannt und ebenso umstritten ist. Doch selbst Sarrazins Angriffe auf Keleks Kritiker verraten noch, wes Geistes Kind er ist. Man könne doch eine Deutschtürkin gar nicht zur Deutschnationalen stempeln, so seine Logik. Deutsche wird für Sarrazin auch Necla Kelek nicht.

  9. #29
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Kulturrassismus gegen Muslime taz.de

    ----------------------

    Der Islam ist keine Rasse. Jegliche Rassismusvorwürfe gegen Sarrazin sind haltlos.

  10. #30
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    AW: Was werfen die feigen Ignoranten, auch Gutmenschen genannt, Sarrazin vor?

    Das angeforderte Dokument ist nicht länger verf&uumlgbar;
    http://webcache.googleusercontent.co...zin-1377712206


    Empörung über Buchautor und Bundesbank-Manager Sarrazin

    [Bildunterschrift:] Sarrazin steht mit seinen Thesen zur Integration von Muslimen seit Tagen stark in der Kritik. Foto: ddp

    Begleitet durch ein großes Polizeiaufgebot haben am Montag in Berlin Proteste gegen das Buch von Ex-Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin (SPD) begonnen. Der umstrittene Autor hat mit Aussagen über die Integrationsfähigkeit der Moslems und Gene von Juden Empörung hervorgerufen.

    Berlin. Initiiert wurde der Protest, der auf großes Medieninteresse stieß, von einem Bündnis "Rechtspopulismus stoppen!". Seine Kritiker werfen Sarrazin vor, Zuwanderer pauschal zu diskriminieren und damit nicht zur Lösung von Integrationsproblemen beizutragen. Forderungen nach einem Rücktritt des früheren Berliner Finanzsenators von seinem Posten als Bundesbank-Manager und einem Austritt aus der SPD wurden daher laut. Sarrazin hatte mit Äußerungen über muslimische Einwanderer und zuletzt über "ein bestimmtes Gen" von Juden oder Basken Empörung ausgelöst.

    Die Veranstaltung vor dem Gebäude der Bundespressekonferenz, wo Sarrazin sein umstrittenes Buch offiziell präsentieren will, steht unter dem Motto "Kein Podium für geistige Brandstifter". Sie wird von Politikern der SPD, der Grünen, der Linken sowie der Gewerkschaft ver.di unterstützt. Auf einem Transparent war zu lesen "Kein Podium für Rassisten und Nazis! Null Prozent bei den Wahlen Berlin 2011".


    "Der Typ hat einen Knall"

    Sarrazin steht mit seinen Thesen zur Integration von Muslimen seit Tagen stark in der Kritik. Mit Äußerungen über Juden fachte er die Debatte am Wochenende zusätzlich an. Auf Nachfrage machte er aber nicht ethnische Gründe dafür verantwortlich, warum sich manche Einwanderer schlechter integrieren als andere. Die Ursache dafür lägen offenbar in der Kultur des Islams, sagte Sarrazin.

    [Bildunterschrift:] Berlins ehemaliger Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) polarisiert gerne. Kritiker werfen ihm eine Art "intellektuellen Rassismus" vor. Foto: ddp

    Der Generalsekretär der CSU, Alexander Dobrindt, sagte über Sarrazin: "Der Typ hat einen Knall." Allerdings müsse man dennoch über den mangelnden Integrationswillen von türkischstämmigen und muslimischen Migranten sprechen, zitierte die Zeitung "Münchner Merkur" den Generalsekretär.

    Ähnlich hatte sich Kanzlerin Angela Merkel am Sonntag in der ARD geäußert. "Integration ist keine Einbahnstraße", sagte die CDU-Politikerin. Einwanderer müssten bereit sein, sich in die Gesellschaft zu integrieren, die Sprache lernen und in der Schule mit dabei sein. "Und da haben wir viel, viel zu tun." Merkel kritisierte, Sarrazin erschwere die Auseinandersetzung. Seine Äußerungen seien inakzeptabel und er mache ganze Gruppen in einer Gesellschaft verächtlich.

    Seine Kritik an muslimischen Einwanderern bekräftigte Sarrazin. Außerdem bescheinigte er Gruppen wie Juden und oder Bewohnern des spanischen Baskenlandes, bestimmte Gene zu haben, die sie seiner Ansicht nach von anderen unterscheiden.


    Parallelen zum Antisemitismus

    Der Berliner Antisemitismus-Forscher Wolfgang Benz zeigte sich angesichts solcher Äußerungen entsetzt. Sie zeigten Parallelen zum Antisemitismus. Sarrazin predige eine "eine Art Kulturrassismus gegen Muslime", sagte der Wissenschaftler, der an der Technischen Universität Berlin forscht. Sarrazin verletzte den Staatsgrundsatz der Toleranz und des Bemühens um Integration.

    Der Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, warf Sarrazin bei der Protestveranstaltung "intellektuellen Rassismus" vor. Es sei höchste Zeit, dass Sarrazin als Bundesbank-Vorstand abgesetzt werde. Zudem gehe er davon aus, dass Sarrazin nicht in der SPD bleiben werde, sagte Kolat.

    Im Tagungszentrum des Hauses stellt Sarrazin am Montagvormittag sein umstrittenes Buch "Deutschland schafft sich ab" vor, das im DVA Verlag München erschienen ist. Darin wirft er muslimischen Migranten vor, sich nicht in die Gesellschaft integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen, als Nutzen zu bringen.

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