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    Türkei: Orthodoxe Christen haben Angst vor Gewalt bei Maria-Himmelfahrt-Messe

    Der Tag der Offenen Moschee findet in Deutschland seit 1997 am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit statt. Den Termin hat der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bewusst gewählt. Er soll die Zugehörigkeit der Muslime zur Einheit Deutschlands zeigen.

    An dieser gelungenen Integration könnten sich eigentlich die überlebenden Armenier in der Türkei ein Beispiel nehmen und ihrerseits ihre Feiertage verlegen, aber nein...

    Armenische Christen in der Türkei haben gnädigerweise eine Genehmigung vom Kulturministerium in Ankara erhalten, einen Gottesdienst in einem alten Kloster auf der Insel Akdamar im Van-See in Südostanatolien zu feiern.

    Die von den bösen Christen unschuldig verfolgten türkischen Nationalisten in Trabzon sind nun in brennender Sorge darüber, dass der Gottesdienst am 15. August stattfinden soll, bloß weil auf diesen Tag das christliche Fest Maria Himmelfahrt fällt. Rechtspolitiker Yunusoglu betonte, es sei vielsagend, dass die Messe ausgerechnet am Jahrestag der osmanischen Eroberung des damals noch byzantinischen Trabzon, dem 15. August 1461, gefeiert werden solle. Die rechtsgerichtete Zeitung "Yenicag" verwies darauf, dass auch der bewaffnete Kampf der PKK-Kurdenrebellen an einem 15. August begann. All das mache die Messe zu einer "Rache"-Kundgebung.

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    Türkei

    tagesspiegel.de Orthodoxe Christen haben Angst vor Gewalt bei Maria-Himmelfahrt-Messe


    Alarmbereitschaft im anatolischen Trabzon. Geplante Maria-Himmelfahrt-Messe in historischem Kloster löst Proteste und Verschwörungstheorien bei türkischen Nationalisten aus.

    Für viele orthodoxe Christen in der Türkei ist es ein Tag, auf den sie lange gehofft haben: Erstmals seit fast hundert Jahren dürfen sie an diesem Sonntag im historischen Sümela-Kloster bei Trabzon im Nordosten der Türkei eine Messe zu Maria Himmelfahrt feiern. Am spektakulär in eine steile Felswand gemauerten Kloster, das auf das vierte Jahrhundert nach Christus zurückgeht, werden mehrere tausend Christen erwartet, darunter der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I. Doch türkische Nationalisten protestieren, sie wittern eine Verschwörung gegen die Republik. Die Sicherheitsbehörden sind in Alarmbereitschaft.

    Der Zufall will es, dass die Gegend um Trabzon nicht nur eine uralte christliche Region in Anatolien ist, sondern heutzutage auch eine Hochburg radikaler türkischer Nationalisten. Die mutmaßlichen Mörder des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink kommen aus Trabzon, hier wurde vor vier Jahren der katholische Priester Andrea Santoro in seiner Kirche erschossen. Niemand habe etwas gegen Touristen, sagte Süleyman Latif Yunusoglu, ein rechtsnationaler Parlamentsabgeordneter aus Trabzon. "Aber eine Messe zu feiern, das ist etwas ganz Anderes."

    Im vierten Jahrhundert sollen Mönche eine vom Evangelisten Lukas gemalte Marien-Ikone in einer Felsenhöhle südlich von Trabzon entdeckt haben, später entstand hier das Sümela-Kloster, das sich wie ein Schwalbennest an den senkrecht abfallenden Fels klammert. In den 1920er Jahren mussten die allermeisten Griechen die Gegend verlassen: Mit einem Bevölkerungsaustausch wollten Türkei und Griechenland damals klare ethnische Verhältnisse schaffen. Die Ikone wurde ebenfalls nach Griechenland gebracht, das Kloster wurde zum Museum erklärt. Gottesdienste gab es seitdem nicht mehr.

    Umso dankbarer seien die Christen, dass nun die Genehmigung vom Kulturministerium in Ankara gekommen sei, sagte Patriarch Bartholomäus der Zeitung "Sabah" vom Freitag. Die türkische Regierung bemüht sich seit einiger Zeit, den Christen mit politischen Gesten entgegen zu kommen. Die armenischen Christen dürfen demnächst einen Gottesdienst in einem alten Kloster auf der Insel Akdamar im Van-See in Südostanatolien feiern.

    Als "Friedensbotschafter" reisten die Christen nun nach Sümela, sagte Bartholomäus. Er sei sicher, dass die Muslime in Trabzon Verständnis für die christliche Marienverehrung hätten. Schließlich zolle auch der Koran der Mutter Jesu viel Respekt.

    Von diesem religiösen Respekt ist bei den Nationalisten in Trabzon nicht viel zu spüren. Sie wollen die Messe nicht, und an einem 15. August schon überhaupt nicht. Dass das christliche Fest Maria Himmelfahrt nun einmal auf diesen Tag fällt, lassen sie nicht gelten. Rechtspolitiker Yunusoglu betonte, es sei vielsagend, dass die Messe ausgerechnet am Jahrestag der osmanischen Eroberung des damals noch byzantinischen Trabzon, dem 15. August 1461, gefeiert werden solle. Die rechtsgerichtete Zeitung "Yenicag" verwies darauf, dass auch der bewaffnete Kampf der PKK-Kurdenrebellen an einem 15. August begann. All das mache die Messe zu einer "Rache"-Kundgebung.

    Hinter solchen Verschwörungstheorien steckt die tiefe Verunsicherung vieler türkischer Nationalisten. Sie sehen die Einheit ihres Landes ständigen Angriffen von finsteren Kräften ausgesetzt, zu denen sie auch die Christen zählen. Aus diesem Motiv heraus handelten auch die aus Trabzon stammenden Dink-Mörder vor drei Jahren.

    Die Polizei in Trabzon will Störungen der Messe verhindern und erhöhte die Zahl der Zivilstreifen auf den Straßen Trabzons um das Vierfache, wie Zeitungen berichteten. Beamte der Antiterror-Abteilung verhörten einen rechtsgerichteten Lokalpolitiker und drei weitere Verdächtige, die auf Facebook zu Aktionen gegen die Christen aufgerufen hatten. "Stoppt die Messe am 15. August", lautete das Motto.

    ***

    Die Ängste der Türken vor den bösen Armeniern ist sicher mehr als berechtigt:

    Aghet – der türkische Völkermord an den Armeniern - ARD, 09.04.2010, 23:30 Uhr




    http :// www . youtube.com/watch?v=O3zp-gXgmgk

    Weitere Folgen bei YouTube, wenn man mit der rechten Maustaste über dem Vorschaubild oben 'Watch On YouTube' auswählt.

  2. #2
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    AW: Türkei: Orthodoxe Christen haben Angst vor Gewalt bei Maria-Himmelfahrt-Messe

    This video is no longer available due a copyright claim by NDR?
    Was ich schreibe ist meine Meinung und nicht unbedingt die Wahrheit - Regimekritik - Globalists are evil.

    Kalifatslehre. Darum geht es.


  3. #3
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    Up: Türkei: Orthodoxe Christen haben Angst vor Gewalt bei Maria-Himmelfahrt-Messe


    ***

    Raphael Lemkin, der Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, bezeichnete den Völkermord an den Armeniern als den ersten systematisch ausgeführten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Blaupause für alle weiteren Völkermorde, die das 20. Jahrhundert erschüttert haben. Jedoch wird ausgerechnet dieser Genozid nicht nur von den Nachfahren der Täter geleugnet, sondern von großen Teilen der Welt einfach totgeschwiegen.

    ***

    Der 90-minütige Dokumentarfilm "Aghet" (armenisch: "die Katastrophe") von Eric Friedler erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanisch-Türkischen Reich starben. Dieser Völkermord wird allerdings bis heute von der Türkei als historische Tatsache nicht anerkannt und von der Welt weitgehend ignoriert. "Aghet" beschäftigt sich mit den politischen Motiven für das bis heute andauernde Schweigen. Für den Film wurde der Verlauf des Völkermordes aus zahlreichen historischen Quellen rekonstruiert. 23 Schauspieler wie Martina Gedeck, Sylvester Groth, Thomas Heinze, Sandra Hüller, Gottfried John, Burghart Klaußner, Joachim Król, Peter Lohmeyer, Ulrich Noethen, Katharina Schüttler, Charlotte Schwab, Thomas Thieme und Ludwig Trepte verleihen lange verstorbenen Zeitzeugen Stimmen von beklemmender Authentizität.Die Dokumentation "Aghet" (armenisch: "die Katastrophe") erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Mio. Menschen im Osmanischen Reich ums Leben kamen.

    Aghet - Ein Völkermord 1



    Aghet - Ein Völkermord 2



    Aghet - Ein Völkermord 3



    Aghet - Ein Völkermord 4



    Aghet - Ein Völkermord 5



    Aghet -Ein Völkermord 6



    Aghet - Ein Völkermord 7



    Aghet - Ein Völkermord 8



    Aghet - Ein Völkermord 9



    Aghet - Ein Völkermord 10



  4. #4
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    AW: Türkei: Orthodoxe Christen haben Angst vor Gewalt bei Maria-Himmelfahrt-Messe

    Aghet habe ich gesehen und war tief erschüttert, auch wenn es eigentlich keine neuen Erkenntnisse gab, so fasste die Doku die bekannten Fakten zusammen und zeigte eindringlich, was die Armenier zu erdulden hatten. Das "die Welt" schweigt ist so aber nicht richtig, denn einige Länder haben die Massaker als Völkermord anerkannt. Trotz Druck und Erpressung aus Ankara. Leider sind die USA nicht Manns genug dies auch zu tun. Zum einen nehmen sie Rücksicht auf einen vermeintlich wichtigen Verbündeten,zum anderen haben sie selbst mit der Vernichtung der Indianer und der Sklavenhaltung genug Dreck am Stecken. Bittere Erkenntnis: Die Armenier sind nicht wichtig genug.
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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