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    11-jähriger Dealer wieder gefasst

    Minderjährige Dealer

    tagesspiegel.de: Elfjähriger erneut gefasst


    Zum wiederholten Mal wurde ein Elfjähriger von der Polizei beim Dealen erwischt. Jetzt erwägt das Jugendamt seine Einweisung in ein Heim. Für minderjährige Kriminelle ist das oftmals die letzte Chance.

    Sie heißen Pjotr, Max oder Orhan. Einer hat den Zeitungskiosk nebenan überfallen, spielt am liebsten Gewaltvideos, wird beim Kuscheln ganz still und macht nachts ins Bett. Der andere ist hyperaktiv, weint, wenn jemand sein Kuscheltier versteckt, drückt auf seiner Hand, aggressiv gegen sich selbst, glühende Zigaretten aus und hat seinen besten Freund in den Magen getreten. Der dritte hat schon mit Haschisch gedealt und ist jetzt stolz, dass sein Huhn die meisten Eier im Stall legt.

    Sie alle haben unterschiedliche Schicksale, unterschiedlich engagierte Elternhäuser, sind unterschiedlicher Herkunft. Und haben doch eines gemeinsam: Die Jugendhilfe kennt sie als „delinquente Kinder“, und sie werden in Heimen mit kleinen Wohngruppen betreut, in denen es Rituale, strenge Regeln und viele sozialpädagogische Fachkräfte gibt. 60 Prozent davon sind Jungen, die durch ihr kriminelles Handeln, durch Verhaltensstörungen, durch psychische Krankheiten aufgefallen sind. Der Staat nimmt sie eine Zeitlang aus ihren Familien heraus. Auch, weil die Mutter das Kind vor lauter Hilflosigkeit schlägt, weil der Vater es missbraucht hat. Oder weil die kriminelle Großfamilie das strafunmündige Geschwisterkind unter 14 Jahren zum Drogendealen losschickt, weil es noch nicht verurteilt werden kann – wie im Falle der jugendlichen Drogendealer, die in den vergangenen Tagen mit der Berliner Polizei Katz und Maus gespielt haben.

    In Berlin und Brandenburg hat sich das Evangelische Jugend– und Fürsorgewerk (EJF) als Spezialist im Umgang mit delinquenten Kindern und kriminellen Jugendlichen einen Namen gemacht. EJF will auch die beiden angeblich elf- und dreizehn Jahre alte Drogenhändler, die zuletzt mehrfach auffielen, gern aufnehmen – obwohl die beiden schon extreme Fälle seien. Am Dienstag wurde der Elfjährige wieder aufgegriffen. „Aber die Kinder wollen nicht“, sagt EJF-Jugendhilfe-Referentin Sigrid Jordan-Nimsch. Die Familien als Erziehungsberechtigte sind nicht bekannt. Mehrfach wurden sie wegen Heroinhandels festgenommen und beim Kindernotdienst abgegeben, doch in den Wohngruppen blieben sie nie lang. Die Vermisstenstelle des Landeskriminalamts suchten sie intensiv – der 13-Jährige ist weiterhin untergetaucht. Ob sie systematisch mit Fotos nach dem Jungen fahndet, will die Polizei nicht bestätigen. Es heißt, dass Jungen wie diese nicht gezielt gesucht würden. Die Beamten würden lediglich einschlägige Treffpunkte überprüfen. Von Angehörigen und anderen Kontaktpersonen der jungen Dealer in deren Kiezen erhoffen die Beamten sich Hinweise auf deren Aufenthaltsort.

    Das Fürsorgewerk EJF bietet für delinquente Kinder und kriminelle Jugendliche 87 Plätze in Berlin und Brandenburg. Für Kinder unter der Strafmündigkeitsgrenze von 14 Jahren gibt es vier Einrichtungen der Jugendhilfe. 220 Euro kostet so ein Platz das zuständige Jugendamt im Schnitt jeden Tag. Der Betreuungsschlüssel liegt angesichts einer intensiven Rund-um-die-Uhr-Betreuung bei einer Fachkraft für drei Kinder. Zu einem Team gehören pädagogische Mitarbeiter diverser Fachrichtungen: Heilpädagogen, Sozialarbeiter, Erzieher, aber auch Handwerker und Lehrer.

    Vier Einrichtungen bietet EJF für Mädchen und Jungen, die vor einer noch schlimmeren kriminellen Karriere geschützt werden sollen. Die meisten liegen in der Uckermark, wie die beiden Wohngruppen mit sechs und acht Plätzen in Petershagen, im benachbarten Luckow sind es neun Plätze. In Julienwalde gibt es 18 Plätze, in Groß-Pinnow acht. Alle Einrichtungen sind mit Kindern aus ganz Deutschland ständig belegt, sagt EJF-Sprecher Heiko Krebs. Wie viele Kinder aus Berlin gerade untergebracht sind, können weder EJF noch die Berliner Jugendverwaltung genau sagen. Die Senatsverwaltung verweist auf die Bezirke, deren Jugendämter zuständig sind. 60 Prozent der Kinder haben Eltern mit Migrationshintergrund: Polen, Russen, Araber, Bosnier, Türken und viele weitere Länder. Ihr Durchschnittsalter liegt bei etwa 13 Jahren.

    Jeder Lebensweg, jedes Elternhaus sei individuell, sagt die Jugendhilfereferentin – und somit auch die Art und Weise, auf das Kind einzuwirken. Geschlossene Heime gibt es in Berlin und Brandenburg wegen des politischen und gesellschaftlichen Willens nicht. Doch alle Einrichtungen werden nach strikten Regeln und Ritualen geführt: Grenzen setzen, wo früher keine waren. Vieles klingt selbstverständlich: Gemeinsam aufstehen, frühstücken, in die Schule gehen, nachmittags zusammen spielen, Sport treiben. So etwas kannten die Kinder vorher nicht. Oder Schularbeiten. Jetzt sitzen sie zu zweit vor dem Lehrer, der plötzlich auch lobt. „Wir vermitteln andere Werte, das ist entscheidend“, sagt EJF-Referentin Jordan- Nimsch. Über Bestätigung beim Sport, bei der Tierpflege. Die Eltern werden mit eingebunden: „Wir sagen: Kommen Sie her, schlafen Sie bei uns im Bungalow, schauen sie, was ihr Sohn jetzt alles kann!“

    Anderthalb Jahre oder länger leben Pjotr, Max oder Orhan meist so zusammen. Abgeschlossene Zimmer, Alarmanlagen, hohe Zäune gibt es nicht. Aber das Gelände dürfen sie nur mit einem Betreuer verlassen. „Alle erreichen wir nicht, trotz aller Bemühungen“, sagt Jordan-Nimsch. Viele leben danach in einer betreuten Jugendwohngemeinschaft – und nicht mehr im Kinderzimmer.

  2. #2
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    AW: 11-jähriger Dealer wieder gefasst

    Kinder haben in einigen Gesellschaften relativ wenig Wert. So bei den Roma, die Babys für ihre Betteltouren leihen, wenn sie selbst gerade keins zur Hand haben. In Italien schicken Roma-Eltern ihre eigenen Söhne zum Bahnhof um dort anzuschaffen und diese arabischen Großfamilien betreiben nichts anderes als Kindesmissbrauch, wenn sie diese Kinder zum dealen losschicken und genauso sollten sie auch vor Gericht gebracht und verurteilt werden
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

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