Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    Registriert seit
    04.03.2009
    Beitrge
    3.379


    Did you find this post helpful? Yes | No

    Wg. beralterung mehr Zuwanderung, fordert sterreichischer Auenminister Michael Spindelegger

    beralterung droht

    krone.at: Koalition einig ber Offensive bei Zuwanderung

    Ein Vorsto von Auenminister Michael Spindelegger, der sich bis 2030 eine jhrliche Zuwanderungsrate von 100.000 qualifizierten Arbeitskrften wnscht, hat eine neue Debatte ausgelst, in der sich die Koalition aber berraschend schnell einig geworden ist: Um einer beralterung der Bevlkerung und einem Zusammenbruch des Gesundheits- und Sozialsystems entgegenzuwirken, soll in Sachen kontrollierte Zuwanderung die Gangart forciert werden. Zentrales Thema wird die im Regierungsprogramm vereinbarte "Rot-Wei-Rot Card", bei der die Verhandlungen zuletzt aber ins Stocken geraten sind.

    Die von Spindelegger genannten 100.000 Zuwanderer sind laut der Statistik Austria eigentlich schon heute jhrliche Realitt. Weil aber gleichzeitig viele wieder gehen, bleibt ein Saldo, der in den vergangenen Jahren zwischen 9.000 und 50.000 schwankte.

    Gnzlich ohne Einwanderer wrde sterreichs Bevlkerung von heute bis ins Jahr 2075 von rund 8,4 Millionen auf 5,7 Millionen Menschen schrumpfen und dabei krftig altern. Was die beralterung betrifft, so sind bereits jetzt schon 18 Prozent der Bevlkerung ber 65 Jahre alt, Tendenz stark steigend. Im Durchschnitt sind die sterreicher jetzt 41,5 Jahre, vor zehn Jahren waren es nur 39 Jahre.

    Der Groteil der Zuwanderung ist nicht steuerbar, denn mehr als die Hlfte der nach sterreich kommenden Menschen stammt aus der EU. Direkt eingreifen kann sterreich aber bei den Schlsselarbeitskrften, doch deren Zahl ist derzeit gering: In der Niederlassungsverordnung fr 2010 sind gerade einmal 2.450 Unselbststndige vorgesehen, der Lwenanteil entfllt auf 4.905 Niederlassungsbewilligungen fr den Familiennachzug.


    Spindelegger sieht Sozialsysteme in Gefahr

    "Mit dem beralterungsprozess in sterreich und den wenigen Kindern, die es bei uns gibt, sind unsere Sozialsysteme von alleine nicht mehr tragfhig", bekrftigte Spindelegger am Montag seinen Vorsto vom Wochenende erneut. sterreich msse "realistisch in die Zukunft blicken" und einen pro-aktiven Prozess fr die Zukunft starten. "Wir sehen einfach, dass wir in der Zukunft die Richtigen brauchen, die sich auch zu sterreich bekennen und die deutsche Sprache sprechen". Man solle aktiv Lnder fr Zuwandernde und entsprechende Qualifikationen festlegen, pldierte Spindelegger.

    In Hinblick auf die Abschiebung der Familie Zogaj in den Kosovo sagte Spindelegger, man msse zwischen Asylsuchenden und jenen unterscheiden, die nach sterreich kommen wollten um hier zu leben und zu arbeiten. Asyl sei ohnehin ein eigenes Rechtsverfahren.


    Hundstorfer bereit fr mehr Tempo bei "Rot-Wei-Rot Card"

    Die fr die Zuwanderung zustndigen Ressorts in der Regierung, Innenministerium und Sozialministerium, verwiesen am Montag auf die im Regierungsprogramm vereinbarte "Rot-Wei-Rot Card", mit der sich SP und VP auf ein "kriteriengeleitetes Zuwanderungssystem" verstndigt hatten. Geplant war die Einfhrung der "Rot-Wei-Rot-Card" eigentlich bereits fr 2010, die Sozialpartner konnten sich bis dato aber noch nicht einigen. Offenbar haben vor allem die Arbeitnehmer-Vertreter massive Bedenken.

    Sozialminister Rudolf Hundstorfer signalisierte am Montag Bereitschaft, die Verhandlungen schneller vorantreiben zu wollen. Er wolle das Instrument bis Herbst ausverhandelt sehen. Im "Krone"-Gesprch verwies auch er darauf, dass etwa im Jahr 2015 gegenber heute ohne Zuwanderung mehr als 40.000 Personen im Alter von 15 Jahren fehlen. Das wirke sich negativ auf Schule und Betriebe aus Klassen bleiben dann leer, es gibt zu wenig Lehrlinge.

    Hundstorfer zeigte sich daher "glcklich", dass die VP die Diskussion um die Zuwanderung aufgenommen habe. Schlielich verweise er schon seit Monaten darauf, dass eine "geordnete Zuwanderung" ntig sei. Wichtig sei, dass man erkannt habe, dass man geordnete Zuwanderung brauche, "um unsere Sozialsysteme, aber auch unseren Arbeitsmarkt aufrechtzuerhalten".


    IV und WK drngen auf Umsetzung, AK hlt sich bedeckt

    Bei den Verhandlungen zur "Rot-Wei-Rot Card" wrden auch die Industriellenvereinigung und die Wirtschaftskammer gerne mehr Tempo sehen. "Unsere Vorschlge liegen am Tisch", sagte Margit Kreuzhuber, Beauftragte fr Migration und Integration in der WK, am Montag. Angesichts der Wirtschaftslage gebe es aber seitens der Arbeitnehmervertreter Grnde, die Gesprche zu verlangsamen, meinte die IV. So sei die hohe Arbeitslosigkeit eines der Argumente, dass derzeit kein guter Zeitpunkt fr eine derartige Debatte sei. Man msse die Sache aber "schon jetzt angehen, wenn man in drei, vier, fnf Jahren Erfolge sehen will", sagte Christian Friesl von der IV.

    Der Verband verweist darauf, dass es zwar bereits jetzt eine Netto-Zuwanderung von 20.000 bis 30.000 Personen pro Jahr gebe. Wunsch von IV und WK ist, dass der Anteil der hoch qualifizierten Personen unter diesen Zuwanderern steigt, denn derzeit habe man "relativ schlecht qualifizierte Zuwanderer", so Friesl. "Wir wollen, dass die Personen, die in sterreich bleiben, besser zu unserem Arbeitsmarkt passen." Auf Zahlen wollte sich Kreuzhuber nicht festlegen: "Es geht uns nicht um Quantitt, sondern um Qualitt".

    Bei den Arbeitnehmervertretern hielt man sich am Montag zum Thema Verhandlungsstand recht bedeckt. Aus der Pressestelle von AK-Chef Herbert Tumpel verlautete lediglich, die "Hauptsorge" gelte momentan der Besser-Qualifizierung der in sterreich lebenden Menschen und dem Senken der Arbeitslosigkeit. Auerdem fordert man seitens der AK "Schutzmechanismen gegen Lohn- und Sozialdumping", wenn im Mai 2011 die bergangsfristen fr die neuen EU-Lnder auslaufen. Dies msse alles geklrt sein, bevor man an eine ffnung des Arbeitsmarktes denkt, hie es.


    FP und BZ geieln Spindelegger

    FP und BZ geielten Spindelegger fr seinen Vorsto. Die FP wolle zwar "fleiigen Zuwanderer in sterreich eine Chance geben", merkte Vizeparteichef Norbert Hofer Hofer in einer Aussendung an. "Zuwanderungspolitik la Spindelegger lehnen wir aber ab." Vielmehr sollten Auslnder, die in sterreich straffllig werden, "unsere Kinder mit Drogen vergiften oder unsere Verfassung mit Fen treten", des Landes verwiesen werden - aber auch jene, die keine Arbeit finden.

    Der steirische BZ-Abgeordnete Gerald Grosz bezeichnete am Montag die Forderung Spindeleggers nach 100.000 Zuwanderern bis 2030 "angesichts der katastrophalen Situation am Wirtschafts- und Arbeitsmarkt" als "brandgefhrlich". Die "sommerlichen Ideen" des Auenministers seien "an Schwachsinnigkeit kaum zu berbieten".

    ***

    Wikipedia: Michael Spindelegger

    Wikipedia: Gerald Grosz

    Wikipedia: Rudolf Hundstorfer

  2. #2
    Registriert seit
    13.07.2010
    Beitrge
    37.204


    Did you find this post helpful? Yes | No

    AW: Wg. beralterung mehr Zuwanderung, fordert sterreichischer Auenminister Michael Spindelegger

    Da fragt man sich aber, woher diese ganzen Zuwanderer eigentlich kommen sollen. Alle Lnder wollen den gut ausgebildeten Fachmann, bekommen aber nur den Sozialhilfeabkassierer. Das Problem der beralterung trifft frher oder spter jedes Land. Es wird nicht ausbleiben, dass die Firmen deutlich hhere Lhne zahlen mssen um Leute anzulocken
    Alle Texte, die keine Quellenangaben haben, stammen von mir.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gste: 1)

hnliche Themen

  1. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.12.2014, 02:13
  2. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.12.2014, 12:30
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 13.11.2014, 14:50
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 13.11.2014, 14:12
  5. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 07.04.2009, 18:06

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhnge hochladen: Nein
  • Beitrge bearbeiten: Nein
  •