Ergebnis 1 bis 2 von 2
  1. #1
    Registriert seit
    06.02.2009
    Beitrge
    75


    Did you find this post helpful? Yes | No

    TV-Serie Gldnya Rufen Sie an, bevor es zu spt ist!

    Mit einer Fernsehserie, die Flle von Frauenmisshandlungen dokumentiert, wurde eine Erste-Hilfe-Hotline in der Trkei landesweit bekannt. Auch wenn die Serie mittlerweile abgesetzt wurde, hat sie doch das ffentliche Bewusstsein fr die Problematik wecken knnen.
    Die trkische TV-Serie „Gldnya“ hat in der trkischen Gesellschaft zur Sensibilisierung im Umgang mit dem Thema Gewalt gegen Frauen und Familien beigetragen. Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall in der Trkei. Laut Statistik gehrt sie fr jede dritte Frau im Land zum Alltag. Wahrgenommen in der Gesellschaft wird sie aber erst, wenn Frauen erstochen oder erschossen werden, in vielen Fllen vom Vater, Ehemann oder Bruder.
    Aktuelle Zahlen der trkischen Generaldirektion fr Frauen belegen zudem, dass jede vierte Frau durch die Gewalt vom Ehemann oder Partner verletzt und jede zehnte Frau von ihnen whrend der Schwangerschaft geschlagen wird. Kommen also Frauen „nur“ mit ein paar Brchen oder Messerstichen davon, haben sie Glck.

    Der Fall von Gldnya

    Andere, wie Gldnya, berleben die bergriffe der Mnner nicht. Allein in den vergangenen zwei Mrzwochen starben zwlf Frauen an zwlf Tagen durch brutale Mnner-Attacken, meldet das unabhngige Medienportal „bianet“.
    Gldnya, eine 22jhrige Trkin aus der sdostanatolischen Stadt Bitlis, wurde von ihrem Vetter vergewaltigt und kurz nach der Geburt des Kindes von ihrem 20jhrigen Bruder erst auf offener Strae angeschossen, dann in einem Istanbuler Krankenhaus mit einem Kopfschuss niedergestreckt.
    Heute, nach fnf Jahren, beschftigt die Menschen noch immer der Mord an Gldnya. Denn Frauen, die der familiren Gewalt ausgesetzt sind, machen dies zumeist nicht ffentlich. Genau dies aber tat die gleichnamige Fernsehserie „Gldnya“, zu Deutsch „Blumenwelt“, und brach damit ein gesellschaftliches Tabu. Denn Zwangsverheiratungen, Misshandlungen, Vergewaltigungen und Ehrenmorde werden noch immer vertuscht oder nur mit geringen Strafen geahndet.

    Ausweg aus der Misere

    Weit verbreitet: Die Gewalt von Mnnern gegen Frauen gehrt in vielen Stdten der Trkei noch immer zum traurigen Alltag. Die Initiatoren, die erste Frauennotrufzentrale der Trkei und der bekannte Privatsender Star TV, lieen sich vom Istanbuler Frauenhaus „Mor Cati“ beraten. Entsprechend authentisch wurden denn auch die Flle von Misshandlungen in der Serie nachgestellt.
    Sie alle spielten sich zwar in Istanbul ab, htten aber genauso gut in jeder beliebigen Stadt in der Trkei stattfinden knnen. Denn die Notrufnummer, die die Frauen in der Serie whlten, ist die echte.
    Wie in der Serie selbst, wurde den Frauen nach jeder Sendung geraten „anzurufen, bevor es zu spt ist“. Somit konnten sich Frauen aus der gesamten Trkei bei der Hotline melden und sich - wie in der Serie - einen Ausweg aus ihrer Misere zeigen lassen - ein Sozialexperiment mit groem Erfolg.
    Aufwertung der Frauenarbeit

    „Nach der Serie liefen unsere Leitungen hei. Wir bekamen viel mehr Aufmerksamkeit als wir durch eigene Aktivitten htten erreichen knnen“, resmiert Merve Arbas von der Hotline.
    Und sie lsst sogleich die Zahlen sprechen, die die psychologisch geschulten Frauen sowie zwei Anwltinnen sieben Tage die Woche rund um die Uhr in der landesweit ersten „Notrufzentrale gegen innerfamilire Gewalt“ seit Oktober 2007 bewltigt haben: 12.900 Anrufe, davon 3.900 verletzte Frauen und Kinder durch familire Gewalt, 220 Notflle und 220 Frauen, die bis ins Frauenhaus begleitet wurden.
    Am meisten aber freut sich Arbas ber die weitere Sensibilisierung der rtlichen Polizei als Folge der TV-Serie: „Wir haben 96 Polizeibeamte im Umgang mit Gewalt in den Familien geschult und die weit verbreitete Ansicht in der Polizei, 'dein Mann liebt dich, wenn er dich schlgt', hat durch die Serie weiter an Boden verloren.“
    Bildung schtzt vor Schlgen nicht

    Dass Gewalt bildungsunabhngig ist, sprich, Bildung nicht vor Gewalt schtzt, ist die wichtigste Erkenntnis, die die Frauen durch Gldnya gewinnen konnten, erklrt Fatma Budak vom Frauenhaus „Mor Cati“. Doch das positive Image der Frauenhuser, das durch die Serie vermittelt wird - Frauenhuser, die bis dahin als Gefngnisse verschrien waren -, erleichtere die Arbeit.
    Mit „Gldnya“ ist die Hotlinenummer bis in den Osten des Landes vorgedrungen. Hier, in der stark benachteiligten und konservativen Region, erhielten auch die unabhngigen Frauenvereine Anerkennung und Aufwertung ihrer sonst eher mde belchelten Arbeit.
    „Hier gibt es noch viele Ehrenmorde, der letzte geschah vor zehn Tagen“, erzhlt Emine Baz vom Frauenverein in Van. „Im Osten eine Frau zu sein, ist viel hrter und schwieriger. Mit ‚Gldnya’ merkten die Frauen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine dastehen und etwas machen konnten. “Lediglich die Tatsache, dass in der Serie ein Mann im Frauenhaus arbeitete, strte sie.
    Mangelnde Courage der Frauen?

    „Gldnya“-Regisseur mr Atay nimmt diese Kritik gelassen auf und verweist auf all die Jugendlichen und jungen Mnner, die im Namen der Ehre all die Morde oder Gewalttaten ausben. Weil aber ffentlichkeit genau das ist, was die Tter nicht wollen, wei Atay, warum die Serie trotz groer Resonanz zu wenige Zuschauerzahlen hatte und deswegen schlielich eingestellt wurde:
    „Mnner sind nicht nur im Alltag dominant, sondern auch im Fernsehen. Sie wollen sich nicht negativ dargestellt wissen. Aber entscheidend ist doch auch, dass sich Frauen nicht durchsetzen knnen. Ihnen fehlt meist der Mut.“
    Eine Frage des Geldes

    Auch wenn das gerade eingesetzte Umdenken sowie gesellschaftliche Aufklrung zum Thema familire Gewalt durch die Einstellung der Serie nun wieder gestoppt wurde, so hat die Serie doch einiges bewirkt: die Nummer der einzigen Notrufzentrale kennen mittlerweile nicht nur die trkischen Zuschauer. Auch trkischsprachige Migranten aus Deutschland, Muslime aus Frankreich, den USA und dem Iran nutzen das Angebot.
    Damit aber nicht auch noch die Hotline eingestellt wird, haben sich 13 berhmte Sngerinnen - wie die Popdiva Sezen Aksu - zusammengetan und die gleichnamige CD „Gldnya - Lieder von Frauen fr Frauen“ herausgebracht.
    Das Konzert hierzu brachte der Frauennotrufzentrale 50.000 Euro ein. „Mor Cati“, das einzige Frauenhaus Istanbuls aber wird geschlossen. Der Grund: die Finanzierung durch EU-Gelder ist abgelaufen.
    *
    Die „24-Stunden-Notrufzentrale gegen innerfamilire Gewalt“ (24 saat acik olan aile ici siddet acil yardim hatti): Tel: 0090-212-596 96 96

  2. #2


    Did you find this post helpful? Yes | No

    AW: TV-Serie Gldnya Rufen Sie an, bevor es zu spt ist!

    Das ist richtig traurig. Wenn man sich berlegt, wie skrupellos die vielen Feministinnen und auch die sonstigen Politikerinnen, wie z. B. C. Roth oder Maria Bhmer diese Frauen verraten, mu man kotzen.
    [URL="http://www.kybeline.com/"]Europische Werte[/URL]
    [CENTER][B][COLOR=DarkGreen]"Ich darf Beute machen und Nutzen daraus ziehen, den frheren Propheten war dies nicht gestattet" [/COLOR][/B]- das sind Mohammeds eigene Worte (Sahih Al-Bucharyy Nr. 0438)[/CENTER]

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gste: 1)

hnliche Themen

  1. Zu spt fr Hoffnung ?
    Von ryder im Forum Migration und die Folgen der verfehlten Politik
    Antworten: 17
    Letzter Beitrag: 09.06.2015, 15:19
  2. Kolumbus kam zu spt - Sdwest Presse
    Von open-speech im Forum Presseschau
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 17.11.2014, 07:07
  3. zu spt !?
    Von ryder im Forum Deutschland
    Antworten: 10
    Letzter Beitrag: 03.06.2014, 16:02

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhnge hochladen: Nein
  • Beitrge bearbeiten: Nein
  •