BERLIN. Die Sozialwissenschaftlerin Necla Kelek hat Islamverbnden in Deutschland vorgeworfen, den Vorwurf des Rassismus als Totschlagargument gegen Kritik am Islam zu benutzen.
In der Taz schrieb Kelek, die Dachorganisation der Islamverbnde in Deutschland, der Koordinationsrat der Muslime (KRM), stilisiere Moslems zu Opfern des Rassismus. Hintergrund sind die am Montag begonnene Internationalen Wochen gegen Rassismus, zu denen unter anderem der KRM sowie der Interkulturelle Rat aufrufen.
Bei letzterem handelt es sich um einen Zusammenschlu von Gewerkschaften, Kirchen, Religionsgemeinschaften, Auslnder- und Menschenrechtsorganisationen, Medien sowie staatlichen und kommunalen Einrichtungen.
Das Schreckenswort Rassismus wird zum Knppel gegen Kritik
Laut den Veranstaltern sei Islamfeindlichkeit die gegenwrtig am meisten verbreitete Form von Rassismus in Deutschland. Solche Aussagen dienten jedoch lediglich dazu, so Kelek, die Diskussion ber das Wesen und den Alltag des Islam zu verhindern, indem Kritik als rassistisch diskriminiert werde.
Das Schreckenswort Rassismus wird zum Knppel gegen Kritik, schreibt die in der Trkei geborene Wissenschaftlerin, die sich als Mitglied der Deutschen Islamkonferenz vor allem gegen Zwangsheirat engagiert. Das Kopftuchverbot fr Lehrerinnen werde so beispielsweise als Diskriminierung und somit als rassistisch gewertet.
Dies sei um so perfider, da KRM und Interkultureller Rat versuchten, aus rassistischer Diskriminierung ffentliches Kapital zu schlagen. Rassismus ist wie Nazismus und Antisemitismus das Schlsselwort, um zum Beispiel ffentliche Gelder zu akquirieren, sagte Kelek.
Islamverbnde sollen vor der eigenen Tr kehren
Wer es schaffe, Rassismus, Antisemitismus und Islamkritik in einem Atemzug zu nennen, der stehe kurz davor, seine Koranschulen mit Mitteln aus den Geldtpfen gegen Rechtsradikalismus zu finanzieren. Sicherlich sei es notwendig, ber Rassismus in Deutschland zu sprechen, aber die Islamverbnde sollten dabei zuerst vor ihrer eigenen Tr kehren.
Wer mitbekommt, wie eine Gruppe muslimischer Jungen und Mdchen, Mnner und Frauen unter sich ber deutsche Mdchen, die Deutschen oder die Juden reden, dem wird es schlicht die Sprache verschlagen. (krk)
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