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    Karneval brutal

    In der Kölner Innenstadt ist ein 21-Jähriger von einem Angreifer mit einer zerbrochenen Bierflasche lebensgefährlich verletzt worden. Jetzt ermittelt die Mordkommission. Die Polizei spricht von einer karnevalistischen Form des „Hooliganismus“.

    Köln - Der Täter soll mit der Flasche gezielt in den Hals seines Widersachers gestochen haben. Der Täter ist auf der Flucht, die Polizei hat wegen des Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts eine Mordkommission gebildet. Sie hocken auf dem Gehweg und weinen. Zwei Jungs, vielleicht 18 Jahre alt, die eigentlich nur Karneval feiern wollten. Sie haben sich als Schlümpfe verkleidet, tragen weiße Hosen, blaue Pullis und weiße Zipfelmützen. Es ist schwer zu sagen, was ihre Sinne mehr benebelt hat, der Alkohol oder der Schock. Vor ihren Füßen liegt ihr regloser Freund, auch er trägt das Schlumpfkostüm. Wenige Minuten zuvor hatten sie noch ausgelassen den Karneval begossen, dann ist einer der Schlümpfe von einem Angreifer mit einer Flasche niedergeschlagen worden. An den Anlass für die Attacke kann sich keiner mehr so genau erinnern. Sanitäter schieben den Schlumpf in den Krankenwagen. Seine Freunde blicken dem roten Wagen verzweifelt hinterher.Der Karneval entwickelt in diesem Jahr in Köln brutale Auswüchse. Bereits nach der Eröffnung des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht hatte die Polizei eine deutliche Zunahme von Gewaltdelikten verzeichnet. Der Trend hat sich in den vergangenen drei Tagen fortgesetzt. Die Zahl der Schlägereien hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, alleine von Samstag- bis Sonntagmorgen musste die Polizei in der Stadt 45 handgreifliche Auseinandersetzungen beenden. „Es herrscht eine latent aggressive Stimmung bei vielen alkoholisierten Karnevalsbesuchern“, sagte Polizeisprecherin Maren Leisner. Die Gewaltbereitschaft hat Folgen: Die Beamten haben bislang doppelt so viele Körperverletzung protokollieren müssen wie noch 2008.
    Lebensgefährlich verletzt
    Seit dem frühen Sonntagmorgen beschäftigt sich auch die Mordkommission mit den Schattenseiten des Frohsinns. Auf der Zülpicher Straße, im Studentenviertel der Stadt, war gegen 4.45 Uhr ein Mann (21) von einem Gewalttäter mit einer abgebrochenen Bierflasche attackiert und lebensgefährlich verletzt worden. Der Angreifer soll seinem Opfer mit der Flasche in den Hals gestochen haben. Als der 21-Jährige blutend zu Boden sackte, ergriff der Täter die Flucht. In einer mehrstündigen Notoperation retteten Ärzte das Leben des 21-Jährigen. Die Männer sollen zunächst verbal aneinandergeraten sein und sich anschließend kurz geprügelt haben. Dann folgte der Stich mit der Bierflasche. Noch in der Nacht bildete die Polizei die Mordkommission „Zülpich“. Nach Angaben der Ermittler bestehe der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes.
    Das Opfer liegt auf der Intensivstation, eine Vernehmung durch die Polizei war noch nicht möglich. Die Ermittler haben bereits mehrere Zeugen vernommen, doch den Anlass der Auseinandersetzung hat offenbar niemand mitbekommen. Nun fahndet die Polizei nach einem muskulösen Mann mit langen schwarzen Haaren, die er zu einem Pferdeschwanz gebunden hat. Zu seiner Verkleidung habe eine Art Militärhelm gehört.
    Der Karneval wird offenbar von vielen Gewalttätern gezielt als Bühne für Schlägereien und Krawall genutzt. Polizeidirektor Peter Römers nennt dies eine karnevalistische Form des „Hooliganismus“ (siehe Interview). Die Innenstadt werde zum Ziel gewaltbereiter Jugendlicher, die bei geringstem Anlass zuschlagen. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Polizei bei der Präsentation ihrer allgemeinen Kriminalitätsstatistik eine starke Zunahme von Gewaltdelikten verzeichnen müssen. Dieser Trend überschattet nun auch den Karneval.
    Dass die Kombination aus Alkohol, Frohsinn und Menschenmassen Konfliktpotenzial birgt, ist freilich keine neue Erkenntnis. Lediglich die Qualität der Gewalt überrascht. „Schon am Donnerstag wurden viele Menschen verletzt, weil Flaschen geworfen wurden“, sagte Polizeisprecherin Leisner. Auch auf Polizisten und Sanitäter prasselten Flaschen nieder. Vor vier Jahren gipfelten die schon üblichen Schlägereien in einem Aussetzer mehrerer Karnevalstouristen aus Bayern. Sie hatten in der Altstadt einen Studenten gepackt und „aus Spaß“ acht Meter tief in den Rhein geworfen. Die Geistesgegenwart eines Schiffskapitäns rettete damals dem Opfer das Leben. Die Täter wurden später vor Gericht zu Geldstrafen verurteilt - eine Mordabsicht hatte ihnen nicht nachgewiesen werden können.

  2. #2
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    AW: Karneval brutal

    Ich glaube, wir werden noch einiges erleben, bevor der Karneval zu Ende ist. Hat jemand Fotos von der Abrissbirne gegen Schramma?

  3. #3
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    AW: Karneval brutal

    Wundern sollte es eigentlich keinem.In einer Gesellschaft,in der Gewalt gegen Andersdenkende nicht nur geduldet,sondern von maßgeblichen Stellen sogar ausdrücklich begrüßt wird,sollte es jedem einigermaßen klar denkenden Bürger eigentlich nicht überraschen,wenn sich gewisse Subjekte (und damit meine ich alle,bei denen der IQ offensichtlich nur noch zum draufhauen reicht) diese Freiräume halt zunutze machen.
    Im Regelfall haben sie doch nichts zu befürchten;zur Not behauptet man einfach,das Opfer hätte irgendwelche rassistischen Sprüche losgelassen.Bei der heutigen Rechtslage in diesem Land wird man dann nicht nur freigesprochen,sondern bekommt auch noch eine Auszeichnung von irgendeiner "Gutmenschenorganisation".
    Deutschland 2009 =

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